Flüchtige Automatenknacker

Woher kommen die Täter?

Mit dem rundum gepflanzten Sichtschutz ein perfektes Versteck: das Pumphäuschen neben den Schienen - Foto: Hüttenbrink

Wickede - Wenn die Spur der Geldautomatenknacker bis nach Wickede führt - waren die Täter etwa von hier? Kann sein, muss aber nicht, meint die Polizei.

Durchaus denkbar wäre nämlich auch, dass die Unbekannten in der Umgebung des Ruhrfeldes ein Auto abgestellt hatten und schon im nächsten Moment über alle Berge waren.

Da stellt sich die Frage, ob Hundebesitzern oder Joggern, die am Freitagmorgen im Ruhrfeld zwischen Wickede und Echthausen unterwegs waren, ein dort abgestelltes Auto aufgefallen ist. Von derlei Hinweisen ist aber bisher nichts bekannt.

Zudem stellt sich die Frage, warum die Täter Gasflaschen und Einbruchwerkzeug zurücklassen und opfern, wenn sie diese Gegenstände (und Beweismittel) mit einem in der Nähe geparkten Fluchtfahrzeug bequem abtransportieren könnten.

Andererseits liegt auf der Hand, dass bei einer weiteren Flucht zu Fuß vom Pumpenhäuschen aus eine Gasflasche oder Werkzeuge auch verpackt in einer großen Tasche schwer zu tragen und auffällig wären und deshalb zurückgelassen wurden. Das ließe wiederum auf Täter aus dem unmittelbaren Umfeld des Gemeindegebietes schließen. 

Halbwegs gesichert ist bisher folgendes: Am Freitag versuchen drei Personen gegen 6 Uhr den Geldautomaten der Deutschen Bank am Neheimer Markt aufzuhebeln. Sie haben auch Gasflaschen dabei. Vermutlich deswegen melden Zeugen gegen 6 Uhr eine Sprengung des Automaten. Tatsächlich aber wird die Vernebelungsmaschine der Bank ausgelöst, die Täter flüchten auf Rollern. Die Polizei sucht u.a. per Hubschrauber nach ihnen, der rund 30 Minuten später der Strecke Richtung Wickede folgt und hier auch minutenlang das Terrain absucht.

Die Behörden haben also einen Anhaltspunkt, um die Suche auf Wickede auszuweiten. Die Aktion verläuft aber ergebnislos. Gegen 11 Uhr werden dann an der Pumpstation neben den Schienen zwischen Wickede und Echthausen zwei Roller, zwei Gasflaschen, mögliches Zündmaterial und Einbruchwerkzeug gefunden. 

Der Fund wird der Polizei in Werl gemeldet und daraufhin sichergestellt. Damit arbeiten gegenwärtig zwei Kreispolizeibehörden an dem Fall. Die Federführung hat zwar die HSK-Polizei, weil sie „Tatortbehörde“ sei, heißt es am Montag. 

Die Dienststelle der Soester Kreispolizeibehörde, die nach dem Fund am Freitagvormittag eingeschaltet wurde, arbeite den Kollegen im HSK aber zu. 

Ob die Roller, deren Kennzeichen Aussagen zufolge abmontiert waren, inzwischen einem Eigentümer zugeordnet werden konnten, ob auch das übrige gefundene Material Aufschlüsse liefert, ob vor Ort oder aber anderswo bereits nach Tätern gefahndet wird - Infos dazu werden mit Verweis auf das laufende Verfahren von der Kreispolizei in Soest nicht gegeben.

Zumal zunächst die HSK-Behörde ihre bisherigen Erkenntnisse mit denen der Soester Kollegen abgleichen müsse. Das Pumphäuschen an der Bahn ist als vorübergehendes Versteck durchaus geeignet. 

Die Station, die regelmäßig vom Bauhof angesteuert wird, liegt zwar auf offenem Feld, ist aber mit ihrer heckenartigen Einfassung vor Blicken von außen gut geschützt. Aus Richtung Neheim ist sie über zwei Strecken zu erreichen. Die Täter könnten entweder von der Ruhrstraße über den Trampelpfad Richtung Bahnunterführung/Eisenbahnbrücke gelangt sein, oder sie sind aus Richtung Neheim kommend bereits am Schloss abgebogen und über die Von-Lilien-Straße an der Bahn entlang gefahren, haben sich unter der Bahnunterführung oder hinter der Hecke des Pumphäuschens vor dem Hubschrauber versteckt und dort dann Fluchtfahrzeuge und Tatwerkzeuge zurückgelassen. Hinweise nimmt die Polizei in Arnsberg unter 02932/90200 entgegen.

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