Entscheidung über Grundsatzbeschluss über die Solaranlage am Warmener Weg ist erneut vertagt

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Solaranlagen mögen zwar verträglich für die Umwelt sein, Anwohner fühlen sich allerdings manchmal gestört. 

Wickede - Der Rat der Gemeinde hat seiner Entscheidung über einen Grundsatzbeschluss für eine Solaranlage am Warmener Weg verschoben. Die Politiker waren sich einig, zuerst die Einwände der Anwohner noch prüfen zu wollen.

Erneut waren einige Anwohner zur Sitzung gekommen, die in der Fragestunde zu Beginn ihre Zweifel an dem Projekt äußerten. 

Dabei standen diesmal die Sicherheit der dort möglicherweise spielenden Kinder im Vordergrund. 

Außerdem wurde erfragt, wer denn den Wertverlust der Häuser ersetzen würde, falls die Maßnahme erfolgen würde. 

Auch solle nicht so viel landwirtschaftliche Fläche umgewandelt werden. Die Fraktionsmitglieder waren unsicher, welche Folgen die Maßnahme nach sich ziehen könnten und haderten daher mit der Entscheidung, einem Grundsatzbeschluss zuzustimmen. 

Dabei hätte dieser nur das Planverfahren eingeleitet, in dem sowohl die Anwohner Einfluss nehmen können, als auch die kritischen Aspekte von Gutachtern geklärt werden. 

Dabei gelten feste Spielregeln, so Markus Kleindopp, der Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen und Umwelt. „Wir lassen die Bürger nicht im Regen stehen.“ 

So entspreche die vorgeschlagene Fläche nicht zwangsläufig der endgültigen Fläche des Solarfelds. 

Dieses könne auch kleiner ausfallen. Außerdem sei beispielsweise ein Schutzstreifen zu den Häusern der Anwohner möglich. 

Der Wertverlust der Häuser sei jedoch schwierig zu greifen und somit nicht einzuklagen. Die Wertänderungen, durch die verstellte Aussicht, sei materiell nicht zu erfassen. 

Die Politiker waren ebenso gespalten. Die FDP plädierte dafür, die Pro- und Kontra-Argumente während des Planungsprozesses zu prüfen.  Der Antragsteller habe das Recht auf eine Prüfung. 

In Lothar Kemmerzells Brust schlagen in dieser Angelegenheit „drei Herzen“. Als Grüner sei er zum einen für den Erhalt landwirtschaftlicher Flächen, andererseits auch für Solarenergie. Er könne aber die Sorgen der Anwohner verstehen. 

Laut Markus Kleindopp stünden durch die Vorgaben des Gesetzgebers nicht viele Standorte zur Verfügung. 

So sei es nicht möglich, diese Anlagen einfach so in die Landschaft zu setzen. Eine Möglichkeit sei die Positionierung an einer Bahntrasse wie am Warmener Weg. 

Zur vorläufigen Abstimmung blieben den Fraktionen drei Möglichkeiten: Ja, wir wollen diese Änderung und leiten das Planverfahren ein, nein, wir wollen es nicht und drittens, wir verschieben die Entscheidung. 

Der Rat stimmte geschlossen für Möglichkeit drei. 

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