Archäologen in Echthausen

Was war los im Golddorf vor 2500 Jahren?

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Die Archäologen untersuchen, welche Häuser vor 2500 Jahren im Golddorf gestanden haben.

Die Archäologen sind wieder im Dorf: Weil dem Satzungsbeschluss für das Baugebiet "Osterdorf" nichts mehr im Wege steht, hat die Werretal GmbH als Erschließungsträger jetzt die noch nötigen archäologischen Untersuchungen in Auftrag gegeben.

Echthausen - Seit Mitte der Woche legt ein Fachunternehmen auf der künftigen Siedlungsfläche jene Erdschicht frei, an der sich frühere Siedlungsspuren erkennen lassen. "Das hat noch nichts mit der Erschließung zu tun", erläuterte Bauamtschef Markus Kleindopp im Hauptausschuss am Donnerstag. Wohl auch deshalb, weil aus dem Dorf schon Fragen gekommen waren, ob das hier bereits der Auftakt für den ersten Straßenbau im neuen Siedlungsgebiet ist.

Tatsächlich sind es die Altertumsforscher, die jetzt erst noch 'ran müssen. Rund 2500 Quadratmeter Fläche sind seit Beginn der Arbeiten bis zu einer Tiefe von rund 80 cm freigelegt worden. Wenn die obere Erdschicht abgetragen ist, erkennt man auf dem Boden unterschiedliche Muster, kann kreisrunde Strukturen ausmachen - Standorte früherer Säulen, deren Zusammenspiel auf der Fläche schließlich eine Gebäudestruktur erkennen lässt.

Der Landschaftsverband als zuständige Behörde hatte die in Echthausen ausgemachten Spuren bereits zu Beginn der Arbeiten in die Eisenzeit zurückdatiert. Etwa 500 bis 300 Jahre vor Christi Geburt, also vor rund 2500 Jahren, hatten sich Echthausens Vorfahren schon hier niedergelassen.

Nach Beginn der vertiefenden Untersuchungen in dieser Woche dürfte es in Kürze eine offizielle Information seitens der Archäologen bezüglich Art, Umfang und Bedeutung der Bodenfunde geben, die aber nach gegenwärtigem Befund ein eher typisches Bild wiedergeben. Die Arbeiten werden nach Schätzungen des LWL etwa ein bis zwei Monate in Anspruch nehmen.

Es war nach den bisher zu erkennenden Spuren keine dichte Ansammlung von Gebäuden - ein Dorf etwa. Vielmehr ist wohl gegenwärtig eher von einer Streusiedlung auszugehen. Wenn nach aktuellem Befund überhaupt etwas untypisch ist, so wäre es der Standort. Denn ein nach Norden gerichteter Hang dürfte weder für den Menschen noch für die Feldfrucht eine optimale Siedlungsfläche sein. Da würde man eher schon den gegenüberliegenden Südhang hinauf zum Werler Staftwald als Siedlungspunkt annehmen.

Dennoch waren bei ersten Schürfungen zu Beginn der Planungen für das Neubaugebiet Osterdorf vereinzelte Siedlungsspuren entdeckt worden, insbesondere jene Punkte eben, an denen ehedem Holzsäulen standen, die vermutlich Dächer trugen. Bei den jetzigen Grabungen bestätigt sich das.

Bis sich die Fachleute aber einen Reim aus den Befunden machen können, muss jetzt erst noch weiter mit dem Bagger abgeschürft, mit der Schüppe nachgesetzt und mit Kelle und Pinsel herausgearbeitet werden. Echthausen und die gesamte Gemeinde dürfen immerhin gespannt sein, was in vorchristlicher Zeit im Golddorf schon so los war.

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