Echthausen

Messungen für mehr Trinkwasser 

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Eine der Messstationen in den Ruhrwiesen: Die Wasserwerke untersuchen derzeit die Grundwasserströme, um Möglichkeiten einer Kapazitätsförderung zu ergründen.

Echthausen – Die Sommer werden heißer, der Wasserverbrauch steigt. Das Wasserwerk Echthausen wird in den kommenden Jahren möglicherweise mehr Trinkwasser als bisher produzieren. Um zu klären, in welchem Umfang die Kapazität erweitert werden kann, laufen derzeit Untersuchungen.

Mit Hilfe verschiedener Bohrungen werden die Grundwasserströme gemessen. Bis in etwa acht Meter Tiefe reichen die Bohrungen. Dort verläuft dann eine wasserundurchlässige Felslage, mit deren Hilfe das System der Wassergewinnung in Echthausen überhaupt erst funktioniert. 

Ein Teil des späteren Trinkwassers wird aus der Ruhr in die großen Sandbecken gepumpt. Wenn das Wasser durch den Sand in den Boden versickert, erfährt es eine erste Reinigung. Im Boden vermischt sich dieses Ruhrwasser mit Grundwasser und Uferfiltrat, bevor es in gelochte Leitungen einsickert und dann zur weiteren Aufbereitung ins Wasserwerk geleitet wird. 

Für diese Systematik ist natürlich wichtig, dass die Wassermengen im Boden nicht einfach weiter wegsickern, sondern von der felsigen Schicht aufgefangen werden. Für das Prinzip des angereicherten Grundwassers ist zudem von Bedeutung, die Grundwasserströme genau zu kennen. Spätestens dann, wenn über eine Steigerung der Kapazität nachgedacht werden soll.

Flächenmäßig bietet das 1942 angelegte Wasserwerk auf seinen 73 Hektar Wassergewinnungsgelände durchaus Möglichkeiten, noch weitere Versickerungsbecken anzulegen. Das macht aber nur dann Sinn, wenn die Bodenverhältnisse und die Grundwasserströme das zulassen. 

Daher brauchen die Ingenieure Informationen, die jetzt unter anderem mit den Bohrungen und Messungen gesammelt werden. 

Warum aber wird überhaupt über eine Steigerung der Kapazität nachgedacht, die in Echthausen gegenwärtig bei 22 Millionen Kubikmeter pro Jahr liegt? Schließlich waren in vergangenen Jahrzehnten Industrie- und Brauerei-Standorte als Großverbraucher weggebrochen und im Kreis der als Wasserwerke Westfalen (WWW) zusammengeschlossenen Standorte als Tochter der Gelsenwasser AG in der Vergangenheit sogar Werke geschlossen worden.

Eine Antwort gibt der Blick auf die zurückliegenden Sommer: Zwar war die Versorgung der den Werken angeschlossenen rund 4,5 Millionen Menschen, Gewerbe und Industrie jederzeit mengenmäßig und qualitativ einwandfrei gegeben. 

Die jüngsten Hitzeperioden aber hatten die Wasserwerke an der Ruhr durchaus gefordert, dem erhöhten Wasserbedarf von bis zu 30 Prozent über Durchschnitt zu entsprechen. Ein Spitzentag war der 3. August 2018 mit einer Gesamtfördermenge von mehr als 812 000 Kubikmeter. Der durchschnittliche Tageswert liegt bei 630 000 Kubikmetern. 

Somit kommt das Thema Klimawandel vor Ort schließlich auch im heimischen Wasserwerk an. Ob der vor gerade mal drei Jahren mit Pilotfunktion für die gesamte Gruppe modernisierte Standort in Echthausen tatsächlich künftig in der Lage ist, größere Mengen Trinkwasser zu produzieren – das werden nicht zuletzt die jetzt laufenden Messungen der Grundwasserströme zeigen.

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