"Osterdorf"

Hängepartie um Bebauungsplanung

+
Die ersten Schürfungen hatten zur Entscheidung geführt, weitere Grabungen noch vorzunehmen.

Echthausen – Für das neue Baugebiet „Osterdorf“ in Echthausen ist der Knoten in Sachen Bebauungsplan nach wie vor nicht durchgeschlagen. Noch immer verhandeln die Kommune und der Erschließungsträger um Zuschnitte und Flächen. Die Hängepartie führt unter anderem dazu, dass die archäologische Grabung noch nicht fortgesetzt wurde.

Eigentlich sollte das bereits im Frühjahr der Fall sein – und jetzt haben wir bereits Frühherbst. Die brach liegenden Grabungen sind somit ein Indikator dafür, dass es zwischen der Werretal Urbanisations GmbH und der Kommune bei der Frage von Flächenzuschnitten und Straßengrößen nach wie vor hakt. 

Wer dort sein Eigenheim errichten will, fragt sich mittlerweile, ob der Zeitplan mit Erlangung des Baurechts in diesem Jahr, Erschließung und Baustart fürs Eigenheim in 2020 noch realistisch ist. Genährt wird diese Skepsis vom Blick auf die anstehenden Sitzungen des Gemeinderats: In der bevorstehenden Sitzungswelle sei das Thema nicht vorgesehen, so Bauamtschef Markus Kleindopp. 

Als Erschließungsträger will bekanntlich die Werretal Urbanisations GmbH die Besiedlung der Fläche betreiben. Dafür wird es einen Vertrag zwischen der Gemeinde und der GmbH geben, in dem das künftige Baugebiet mit seinen Straßenflächen detailliert festgeschrieben ist. Dieser Plan entscheidet letztlich also darüber, ob etwa für die Straßen mehr Flächen vorzusehen sind und die Baugrundstücke damit kleiner werden. 

Dieser Zusammenhang wiederum bestimmt, wie viel Geld die Werretal GmbH mit dem Verkauf der Baugrundstücke verdient. Erst wenn dieser Vertrag steht, kann die Werretal GmbH die Erschließung mit Kanälen, Versorgungsleitungen und Baustraßen anlegen.

Anschließend ist der Weg frei für die Häuslebauer. Wenn das Baugebiet dann zu einem bestimmten Anteil vollgelaufen ist, erfolgt der Endausbau der Straßen und Gehwege, mit denen auf den öffentlichen Flächen das Provisorium der Baustraßen beseitigt wird. 

Nachdem der Vorentwurf verabschiedet worden war, ging es in der konkreten Bebauungsplanung, um die exakten Verläufe der Straßen und die konkreten Zuschnitte der Grundstücke festzulegen. Die anstehenden Fragen sollten mittlerweile eigentlich beantwortet sein, eine Klärung wird aber bis zur Sitzung des Fachausschusses in der kommenden Woche offensichtlich nicht vorliegen. 

Danach sieht der offizielle Sitzungskalender nur noch eine Sitzung Ende November/Anfang Dezember vor. Das reicht aber wohl nicht, wie eine Bemerkung von Fachbereichsleiter Markus Kleindopp annehmen lässt.

 Sollte die normale Sitzungsfolge nicht ausreichen, um den Satzungsbeschluss und damit Baurecht wie geplant noch in diesem Jahr zu erreichen, „scheuen wir auch nicht vor einer Sondersitzung zurück“. 

Übrigens: Dass die angekündigten, weitergehenden Bodenuntersuchungen der Archäologen noch nicht stattgefunden haben, ist nachvollziehbar. Denn in Auftrag geben muss die Werretal GmbH die archäologischen Arbeiten. Sollte sich die GmbH mit der Gemeinde nicht einigen und das Projekt „Osterdorf“ in Echthausen platzen, müsste das Unternehmen die Grabungen selbst bezahlen. Denn dann könnte es die Archäologie-Kosten nicht auf die künftigen Häuslebauer verteilen.

 „Der Auftrag erfolgt erst dann, wenn absehbar ist, dass der Bebauungsplan auch Rechtskraft erlangt“, erläutert das Bauamt die übliche Verfahrensweise. Beruhigend ist dabei lediglich eines: Selbst wenn sich derzeit die Planungen hinziehen, werden weitere Grabungen nicht für zusätzliche Verzögerungen sorgen. 

Das bestätigt Prof. Dr. Michael Baales, beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in der Abteilung Archäologie Leiter der Außenstelle Olpe. Was in Echthausen an weiteren Grabungen noch nötig sei, werde „wenige Wochen“ in Anspruch nehmen, so der Altertumsforscher.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare