Feldfrüchte im Aprilwetter

Das macht der Schnee mit den Erdbeeren

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Sturm, Schnee, Hagel und Regen fegen derzeit über die 1,5 Hektar Erdbeerfelder, die zum Teil mit Vlies bedeckt sind.

Was macht der späte Schnee mit den Erbeeren? Müssen die Freunde der saftig-süßen Früchtchen gar Angst um die diesjährige Ernte haben? Michael Schulte jun. vom Hof Schulte-Hölting, Betreiber der Erdbeerfelder in Echthausen, beruhigt und verspricht: Anfang bis Mitte Mai können die ersten Erdbeeren der Saison genossen werden.

Echthausen - Ob für die frühe Sorte, die gegenwärtig unter Folie und Vlies dem April-Mix aus Schnee, Hagel, Regen und bisweilen noch frostigen Temperaturen trotzt, oder die spätere Sorte, die sogar ohne jeden Schutz im Freilandboden steckt - der Schnee mache den Pflanzen nichts aus. "Im Gegenteil", so Schulte: Sollte es doch noch mal frostige Temperaturen geben, stellt die Schneeschicht sogar eine Art Isolation dar.

Nachteilig könnte es allerhöchstens dann werden, wenn es jetzt noch einmal richtig tiefe Temperaturen wie etwa minus 15 Grad gibt, oder Blüten schon weiter aufgegangen sind und dann direkt mit Frost in Berührungen kommen - diese Gefahr sei aber zu vernachlässigen.

Zudem sei außer nochmal ein, zwei Grad unter Null mit besonders tiefem Bodenfrost nicht mehr zu rechnen. Ansonsten kommen die Erdbeerpflanzen ganz gut mit den gegenwärtigen Witterungsverhälnissen zurecht, die ja für April auch grundsätzlich gar nicht so unüblich sind.

Je wärmer, umso schneller wächst es

Wichtig für das weitere Erdbeer-Wachstum ist die Wärme, die in den nächsten Wochen erwartet wird. So, wie die mehrschichtige Abdeckung aus Vlies und Folie bereits jetzt für mehr Wärme im Boden der früher Sorten sorgt, warten auch die übrigen Erdbeerpflanzen nur auf einen Anstieg der Temperaturen, um sich zu entfalten. "Je wärmer es ist, umso schneller wachsen die Erdbeeren", gibt Michael Schulte eine Faustregel wieder.

Übrigens freut sich der Hof Schulte-Hölting sogar eher über die gegenwärtige Witterung mit relativer Kälte, Schnee oder Regen. Schließlich ist der landwirtschaftliche Betrieb auch als Waldbauer unterwegs, hat etwa in Echthausen Richtung Schwarzer Weg erst wieder neue Bäume gepflanzt.

Kapriolen hemmen den Borkenkäfer

Und da hilft alles, was dem Borkenkäfer schadet. Die gegenwärtigen Wetterkapriolen zählen dazu. "Es ist gut, wenn es jetzt noch einmal Schnee gibt. Die erste Generation des Borkenkäfers schlüpft dann wesentlich später", erläutert Michael Schulte jun.

Beim Blick Richtung Erdbeersaison von Mai bis Ende Juni geht der Hof Schulte-Hölting mit Hauptsitz in Hemmerde derzeit von stabilen Kursen für die roten Feldfrüchte aus - auch wenn Corona dieses Jahr erneut zu mehr Aufwand etwa bei der Beschäftigung von Erntearbeitern führen dürfte.

Je nach Entwicklung werden wohl auch diese Saison die Selbstpflücker auf den insgesamt rund 1,5 Hektar noch einmal gebeten, mit Maske ins Erdbeerfeld zu gehen, um ihre eigene und dann natürlich auch günstigere Ration zu ernten.

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