Caritas richtet flexibel einsetzbare Stellen für sechs Seniorenhäuser ein

„Plan P“ soll Pflegekräftemangel entgegenwirken

+
Das Plan-P-Projektteam mit (von links) Sebastian Füst (Leiter des Wickeder Seniorenhauses St. Josef und des Projekts), Ramona Schmitt (Pflegeinstleiterin Sankt Anna in Alt-Arnsberg), Andrea Bertram (Leiterin des Seniorenhauses Klostereichen in Hüsten), Kathrin Gries (Fachbereichsleiterin Pflege und Wohnen) und Vera Westik (Vorsitzende der Mitarbeitervertretung der Altenhilfe) sowie Christian Stockmann, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes, stellen den Plan-P-Mitarbeitern eigene Dienstfahrzeuge.

Wickede – Die Probleme sind nicht neu: Im Laufe der kommenden Jahre wird der Anteil der Senioren an der Bevölkerung weiter zunehmen. Auf der anderen Seite fehlt es immer mehr an Pflegekräften – nach Schätzung des Instituts für deutsche Wirtschaft wird die Personaldecke bis zum Jahr 2035 mit 500 000 Fachkräften im Soll stehen. Für das altbekannte Problem bedarf es neuer Lösungsansätze – und der Caritasverband Arnsberg-Sunden, der in Wickede das St.-Josefs-Heim unterhält, hat nun einen solchen vorgestellt.

„Plan P“ heißt das Projekt, und es soll definitiv mehr sein als ein Plan B. Es soll mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Caritas will das Berufsbild und zugleich sich als Arbeitgeber attraktiver machen und dem Fachkräftemangel begegnen. Dazu bilden einige Fachpflegekräfte und Pflegehelfer in Voll- und Teilzeitstellen, die addiert auf knapp fünf Vollzeitstellen kommen, einen Pool. Sie haben Regelarbeitszeiten und somit einen festen, nicht abänderbaren Dienstplan. Dafür verzichten sie auf einen festen Einsatzort und werden flexibel in den sechs Einrichtungen in Wickede, Arnsberg, Sundern und Hüsten eingesetzt.

„Der Pool soll bei kurzfristigen sowie planbaren Ausfällen zum Einsatz kommen“, so Sebastian Füst. Der Leiter des Wickeder St.-Josefs-Haus hat über die vergangenen drei Jahre die Arbeitsgruppe geleitet, die das Projekt entwickelt hat. Füst: „Über ein internes Ticketsystem mit einer eindeutigen Anforderungsnummer melden die Seniorenhäuser ihren Bedarf an. Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass keine Anforderungen an den Mitarbeiter-Pool durch akute Ausfälle bestehen, kann er auch andere Aufgaben übernehmen.“ Dazu zählen zum Beispiel der Abbau von Mehrarbeitsstunden in den Einrichtungen oder eine Übernahme von vordefinierten Aufgaben in Absprache mit der Einrichtungs- und Pflegedienstleitung,

„Das Besondere ist jedoch auch, dass wir als Caritasverband durch die individuell verhandelten Dienstzeiten auf die jeweiligen Lebensphasen der Kollegen eingehen können“, betont Christian Stockmann, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes. Zudem stehen den Mitarbeitern des Pools entweder ein Dienstfahrzeug oder, sollten sie ihren eigenen Pkw vorziehen, eine Leistungszulage zur Verfügung.

Sollte das Projekt positiven Anklang finden, solle auch über eine Erweiterung auf andere Einrichtungen nachgedacht werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare