Bürgerhaus-Modernisierung

Abriss und Neubau keine echte Alternative

Architekt Carsten Rinsdorf (3.v.l.) ebenso wie die Verwaltung gaben bei der Bürgerhaus-Inspektion Politik und Vereinen Erläuterungen. - Foto: Gemeinde

Wickede - Die verschiedenen Baustellen im Bürgerhaus angehen und die gut 40 Jahre alte Bausubstanz modernisieren - oder abreißen und komplett neu bauen? Bei den Überlegungen zu anstehenden Reparaturen hinterfragt die CDU nicht zuletzt diese Option.

Der Bürgermeister signalisiert Bereitschaft dazu, um die Dimensionen darzustellen. Doch Dr. Martin Michalzik geht nicht davon aus, dass Abriss und Neubau eine echte Alternative sind. Zu vieles spreche dagegen.

Selbst wenn anstehende Modernisierungen und Reparaturen die Millionengrenze überschreiten, sei zu bezweifeln, ob man einen Neubau überhaupt noch für einen einstelligen Millionenbetrag bekomme. Zudem ist die jetzige Veranstaltungsstätte, die übrigens noch mit 1,5 Mio. in den Büchern steht und weiter abzuschreiben ist, auch längst nicht so marode, dass sie nicht mehr zu gebrauchen wäre. Überdies müsste mit unkalkulierbaren Folgen für das kulturelle Leben gerechnet werden, wenn die zentrale Stätte für mehrere Jahre, die ein Neubau braucht, nicht zur Verfügung steht.

Fest steht aber auch: Die Gemeinde muss etwas tun am Bürgerhaus. Dabei nehmen Rat und Verwaltung auch die Nutzer der Veranstaltungsstätte mit. Deshalb waren in dieser Woche neben Rat und Verwaltung auch Vertreter der großen Vereine zu einem Rundgang eingeladen. Einmal, um Anregungen, Vorschläge und Bedürfnisse dieser Nutzer zu erfragen, zum anderen, um sie „bis in die Katakomben“ mitzunehmen und Verständnis für anstehende Investitionen und reparaturbedingte Nutzungseinschränkungen zu erreichen. 

Als Experten hat das Rathaus die Architekten Carsten Rinsdorf und Henrike Aulig aus Lippstadt gewonnen. Sie sollen Bestandsaufnahme, Lösungsvorschläge, Kostenkalkulationen und Durchführung von Maßnahmen als Partner der Entscheider vor Ort begleiten.

Die Fachleute waren ebenfalls mit von der Partie und gaben am Mittwoch beim Pilgergang zu den Schwachstellen an „Wickedes Wohnzimmer“ gemeinsam mit der Verwaltung Erläuterungen. 

Das Dach ist bekanntermaßen erneuerungsbedürftig, wahrscheinlich auch die Unterkonstruktion, zumal eine zeitgemäße Dämmung nicht vorhanden ist. Auch die Fenster sollen komplett erneuert werden - es sind zumeist noch jene aus den 70-er Jahren! Die Lüftungsanlage hat ihre Unzulänglichkeiten schon oftmals unter Beweis gestellt, der Wassereinbruch mit Stromausfall zum Jahreswechsel hatte weitere Schwachstellen offenbart. Wo überall im Gebäude und über welche Wege hier Wasser unterwegs ist, gilt bisweilen als Mysterium. 

Viele weitere Beispiele bis hin zu abgenutzten Stufen oder abgescheuerten Farbflächen kommen hinzu - auch Verbesserungen wie etwa eine neue Möglichkeit, die Fensterwand zwischen dem Seminarraum „Lanferbach“ und der außen liegenden Pflasterfläche großzügig öffnen zu können. 

Die Summe der Maßnahmen katapultieren den Kostenrahmen über die Millionengrenze. Unter Leitung von Architekt Rinsdorf werde jetzt untersucht, „auf welche Bausteine das komplexe Projekt aufgeteilt werden könnte, wie realistische Zeitpläne und wahrscheinliche Kosten aussehen“, so Bürgermeister Dr. Martin Michalzik im Ausblick. 

Im Juli kläre das Rathaus parallel Förderchancen für das ganze Projekt oder Teile davon. „Die vorerst nächste Zielmarke ist im September der Entwurf für den Gemeindehaushalt 2020 einschließlich der Finanzvorschau für 2021“, so Bürgermeister Michalzik.

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