Autismus

Neue Zukunftsperspektive

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Der Vorstand des neuen Vereins: v.l. Schatzmeister Karsten Voß, 1. Vorsitzende Leonie Knapp, 2. Vorsitzende Andrea Schulte, Schriftführerin Antje Voß und Geschäftsführer Jens Guddat nach den Wahlen im Franziskus-Forum.

Wickede – Menschen mit Autismus-Störung nehmen ihr Umfeld anders wahr. Je nach Umfang dieser Störung sind sie auf eine besonders geeignete Umgebung angewiesen. Mit Blick auf das Älterwerden bereitet dies Eltern manche Sorge. Helfen soll ein jetzt in Wickede gegründeter Verein mit dem Namen „Zuhause- Gut“. 

„Wo kommt mein Kind unter? Wo kann es wohnen, vielleicht auch arbeiten? Wo kann es in einem geschützten Umfeld soziale Kontakte außerhalb der Familie erfahren?“ Solche Fragen treiben Eltern um, wenn sie an die Zukunft ihres Kindes mit Autismus-Störung denken.

 Der neue Verein mit Sitz in Wickede (Ruhr) soll hier Perspektiven fördern und Hilfestellungen geben. Er möchte Maßnahmen und Einrichtungen unterstützen, „die eine wirksame Hilfe für Menschen mit autistischen Verhaltensweisen bedeuten“. So heißt es in der Satzung. Eine solche Unterstützung ist zum Beispiel bei der Bereitstellung von Wohneinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Autismus-Spektrum-Störung denkbar, die gleichzeitig auch Freizeit-, Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Bewohner sicherstellen. 

Aber auch Hilfen in der Erziehungsarbeit der Eltern oder bei der Wahrnehmung ihrer Interessen gegenüber Behörden, die Organisation von Elterngesprächskreisen zur Entwicklung und Stärkung der Selbsthilfe oder auch die Durchführung von Familienbildungsmaßnahmen für Eltern von Kinder und Jugendliche mit Autismus setzt sich der Verein als Aufgaben.

Zur 1. Vorsitzenden wurde Leonie Knapp aus Wickede gewählt, 2. Vorsitzende ist Andrea Schulte ebenfalls aus Wickede. Geschäftsführer ist Jens Guddat aus Hamm, Schatzmeister Karsten Voß und Schriftführerin Antje Voß, beide aus Herdringen. 

Sitz und Gründung des Vereins in der Ruhrgemeinde, auch die beiden Vorsitzenden aus Wickede - diese örtliche Bindung geht nicht zuletzt auf die Kontakte zurück, die Familien mit autistischen Kindern in einer Region nahezu zwangsläufig schließen. 

Die Wickeder Rehasport-Gruppe für Menschen mit Einschränkungen ist seit langem ein solcher Treffpunkt. Nicht zuletzt diese Sportgruppe, die erst in dieser Woche noch vom Fischhof Baumüller nach dessen Jubiläum mit einer Spende bedacht worden war, gab den Ausschlag, dass Wickede seit einigen Jahren ein Anlaufpunkt für die Familien ist. 

Neben Treffen z.B. im Werler „Café Dreiklang“ oder bei Inklusionsgottesdiensten hatte sich unter anderem eine Elterngruppe gebildet, die mit Zulauf auch aus den umliegenden Städten von Hamm bis Neheim in den Bürgerstuben zusammenkommt. In dieser Elterngruppe, die weitere Kontakte etwa zur Autismus-Ambulanz Hamm/Soest pflegt, kam schließlich die Idee für den Verein auf. 

Denn die Mütter und Väter eint nicht nur die Erfahrung, wie sich in den Jahren des Aufwachsens ihrer Kinder von ersten Anzeichen bis zur Autismus-Diagnose Veränderungen für das Familienleben ergeben. Sie müssen auch Vorsorge für die Zeit treffen, wenn sie z.B. aus Altersgründen nicht mehr wie bisher die oft intensive und aufwendige Betreuung ihrer älter und erwachsen werdenden Kinder sicherstellen können.

Hier soll der Verein „Zuhause-Gut“ wichtige Hilfestellungen bieten. Nach der Gründung läuft jetzt bereits das Verfahren zur Anerkennung als eingetragener Verein. - ate/hütt

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