Attacken gegen fremdes Eigentum

Unbekannter terrorisiert Hauseigentümer 

Nicht das erste Mal: Kaltkleber an der Fassade am Haus Hauptstraße Nr. 9

Wickede – Seit gut einem Jahr terrorisiert ein Unbekannter einen heimischen Gebäudeeigentümer mit Anschlägen auf dessen Haus an der Hauptstraße Nummer 9. Der Schaden ist mittlerweile fünfstellig. In der Nacht zu Montag parkte der Eigentümer sein Auto neben dem Haus und bezog hinter dem Steuer Wache: Plötzlich stand der Täter vor ihm.

In dem Gebäude neben der Niehaves-Filiale an der Ruhrbrücke hat sich ein Personaldienstleister eingemietet. Die Serie der Sachbeschädigungen startete vor etwa zwölf Monaten. Zunächst wurde Konfetti am Haus verstreut, dann die Fassade mit Paintballkugeln beschossen, später auch ein Beutel mit blauer Farbe dagegen geworfen.

Mit der Zeit wurden die Beschädigungen immer massiver: In den vergangenen beiden Wochen kippte der Täter in einer Nacht rund zehn Liter Mineralöl durch den Briefschlitz ins Innere, in einer anderen schäumte er die Rolladenkästen mit Bauschaum derart aus, dass die Jalousien nicht mehr zu gebrauchen sind. Auch Kaltkleber kam bereits zum Einsatz, er wurde gegen die Fassade geschleudert, zudem an den Fugen der Eingangstür dergestalt verspachtelt, dass Handwerker stundenlang brauchten, um die Tür zu öffnen und die Masse zu beseitigen. Genau einen solchen Eimer Kaltkleber hatte der Täter auch am frühen Montag dabei, als er sich kurz vor 3 Uhr dem Haus aus Richtung Fröndenberger Straße näherte.

Dass der Unbekannte erneut zuschlagen wollte, bewies er im nächsten Moment: Als er nämlich den Hauseigentümer im Auto entdeckte, drehte der mit Baseballkappe und Kapuze vermummte Mann auf dem Absatz um und floh über die Straße und den Ruhrtalradweg in Richtung Ruhrbrücke. Der Eigentümer rief die Polizei, die nach rund 15 Minuten mit zwei Wagen vor Ort war.

Er selbst konnte dem Täter nur ein kurzes Stück folgen, suchte aber mit der Polizei dann die Ruhrpromenade ab. Unterhalb der Brücke die Entdeckung: Dort lagen eine schwarze Baseballkappe, ein Eimer mit Kaltkleber und eine helle Kaufland-Plastiktasche, in welcher der Eimer getragen worden war - all das hatte der Täter bei seiner Flucht zurückgelassen. Er selbst war allerdings verschwunden.

Ob ein Fahrradfahrer etwas mit dem Vorfall zu tun hat, den der Hauseigentümer wenige Minuten später mit seinem Mountainbike an der Fröndenberger Straße nahe der Ruhrbrücke antraf, bleibt dahingestellt, zumal der Radler andere Kleidung trug. Der Täter ist etwa 1,80 Meter groß, wird auf 18 bis ca. 30 Jahre geschätzt und trug einen etwa knielangen, schwarzen Steppmantel. Dessen Kapuze hatte er übergezogen, eng zugeschnürt und sich so vermummt. 

Hinweise zu den jüngsten Taten werden von der Polizei erbeten, sind aber auch beim Anzeiger möglich. Gesucht wird nach dem Träger jenes schwarzen Steppmantels mit Kapuze, der zudem seit Montag seine schwarze Baseball-Kappe nicht mehr vorweisen kann. 

Hinweise werden zudem zum Käufer des Bitumen-Kaltklebers der Marke „Fundamo“ erbeten, der vermutlich aus dem Hellweg-Baumarkt stammt und eventuell am Mittwoch der Vorwoche dort gekauft wurde: Wer hat beobachtet, wie eine Person, zu der die Beschreibung passt, am 24. April oder vorher einen solchen Eimer gekauft hat bzw. damit aus dem Baumarkt marschiert ist oder mit dem Kleber hantiert hat?

Bereits nach den früheren Vorfällen war jeweils eine entsprechende Anzeige erstattet und schließlich eine Belohnung von 2 000 Euro für Hinweise zur Ergreifung des Täters ausgesetzt worden. Diese Summe gilt nach wie vor. Ob die massiven Sachbeschädigungen etwas mit dem als Mieter ebenso betroffenen Personaldienstleister zu tun haben, ist möglich. 

Auch nach Übergabe der Geschäftsführung an einen Nachfolger aus dem Raum Lüdenscheid Ende Februar setzte der Unbekannte Täter seine Attacken gegen das Gebäude fort. Sollte tatsächlich der Dienstleister Ziel der Attacken sein, würde der Hauseigentümer allerdings völlig zu Unrecht getroffen. Dieser will übrigens die nächtliche Bewachung seines Gebäudes mit personeller Verstärkung fortsetzen - in der Hoffnung, den massiven Beschädigungen nach über einem Jahr endlich ein Ende setzen zu können...

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