Projekt vom Verein für Menschen mit Autismus in Wickede

Ein Luftpolster für die Gesundheit

Gruppe auf Matte vor Luftpolster
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Begeistert vom Airtramp: Mitglieder des Vereins Zuhause-Gut mit stehend v.l. Trainerin Anneliese Weßel, Bürgermeister Martin Michalzik, 2. Vorsitzender Andrea Schulte, Bankvorstand Joachim Bauerdick, Vorsitzender Leonie Knapp, Rektorin Brigitte Tavus und Sportpädagoge Horst Göbel, sitzend der weitere Vorstand mit Antje und Karsten Voss mit Sohn Alexander und Geschäftsführer Jens Guddat.

Für die gesunde Entwicklung des Menschen ist Bewegung das A und O. Das gilt für jedes Alter. Die positiven Folgen körperlicher Erfahrungen auf den Geist sind gerade auch für Menschen mit Handicap wichtig. Deshalb hat der Verein Zuhause-Gut, in Wickede gegründete Interessenvertretung für Autisten, ein Airtramp angeschafft. Am Wochenende wurde es präsentiert - und sorgte gleich für Begeisterung.

Wickede – Horst Göbel ist ein echter Bewegungspapst. Der Diplom- und Sportpädagoge, 40 Jahre lang Leiter der psychomotorischen Therapie der LWL-Uniklinik in Hamm und Fachdozent im In- und Ausland, führte die Mitglieder des Vereins Zuhause-Gut am Samstag ein. Schon die ersten Erfahrungen auf dem 8 mal 14 Meter großen und 1,35 Meter hohen Luftkissen waren eine Offenbarung, sorgten für wohlige Körpererfahrungen und ausgelassenen Jubel. Nachdem die erste Gruppe in dem fast noch schlaffen Kissen versank, startete Göbel per Fernsteuerung das Gebläse und im Nu wurden die Liegenden aus ihren Vertiefungen herausgehoben, lagen schließlich auf dem hohen Polster.

Richtig prall ist der Hohlkörper aber nicht aufgeblasen. Mit voller Absicht nicht. Denn dann würden therapeutische Effekte verloren gehen, gliche das Gerät eher einem reinen Trampolin. Dabei ist es weit mehr als das. Springen, laufen, sich fallen lassen, krabbeln, sich wälzen - das und noch viel mehr ist auf dem Airtramp bestens umsetzbar.

Das ist anstrengend, zumal dann, wenn man sich noch nicht auf den nachgebenden Untergrund eingestellt hat. Doch ein Stück Bewegungsökonomie ist schnell entwickelt – ein allererster Lerneffekt, der sich so ganz nebenbei einstellt. Nach dem Austoben lädt Host Göbel auch gleich zu einer weiteren Erfahrung ein: Entspannung. Wo sonst wäre das besser möglich als auf dem weichen Luftpolster.

Mit einem Mix aus gezielten Spielen und Übungen auf dem Airtramp lassen sich Motivation, Konzentration, Entspannungsfähigkeit und Koordination ebenso positiv beeinflussen wie Sozialverhalten oder Selbstbewusstsein. All diese Fähigkeiten wirken sich wiederum positiv auf das Lernen aus. Das richtige Maß an Bewegung reguliert den Tonus und unterstützt so auch das Lernen – diese Zusammenhänge liegen für den Sportpädagogen Horst Göbel offen auf der Hand.

Auch für die Gruppe der Autisten, die sich gemeinsam mit anderen Reha-Sportlern samstags in der Engelhardturnhalle trifft, ist das Airtramp ein optimales Trainingsgerät. Für den Verein Zuhause-Gut Grund genug, eine solche Einheit im Rahmen eines Leader-Projektes zu beschaffen. Volumen des Projektes: rund 20 000 Euro.

Sie wird aber nicht nur die Entwicklung der Autisten fördern, sondern auch für die Schulen zu Verfügung stehen – ebenso für alle interessierten Gruppen vor Ort. Voraussetzung ist lediglich eine etwa dreistündige Schulung, um die vielen Möglichkeiten einerseits und die Technik andererseits können zu lernen.

Zu den ersten Wickedern auf dem Luftpolster zählten neben dem Verein Schulleiterin Brigitte Tavus und Bürgermeister Martin Michalzik. Auch Bankvorstand Joachim Bauerdick, seit der Gründung fördernder Begleiter des Vereins Zuhause-Gut, und natürlich Anneliese Weßel als jahrzehntelange Trainerin der Reha-Sportgemeinschaft gingen auf die luftige Matte.

Michalzik würdigte den Einsatz des Vereins um Vorsitzende Leonie Knapp. „Danke, dass Ihr das für uns möglich gemacht habt – und dass es nicht das Geld der Gemeinde kostet“, freute sich der Bürgermeister. Das Rathaus wird jetzt alle sportlich aktiven Gruppen und Institutionen anschreiben, um eine möglichst vielfältige Nutzung zu organisieren.

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