„Tschüss min Frün"

Der Karneval in Wickede geht baden - alle Fotos zum Nacherleben

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Wickede – Der Abschied vom Karneval fiel schwer: Mit jecken 13 Teilnehmern zog der Trauerzug kurz vor Mitternacht zum Aschermittwoch zur Wickeder Ruhrbrücke. Im Dunklen, bei Regen und lausiger Kälte.

Vorne voran Prinz Marius und Sarah, Prinzessin aus der Session 2015/16, gefolgt von weiteren WiKaVau-Mitgliedern und natürlich Marion und Friedhelm Koch. Sie beide haben 1987 die Möppelken-Beerdigung auf der Ruhrbrücke ins Leben gerufen, als Abschluss des ersten Rosenmontagsumzuges in Wickede. 

So wie sich der jedes Jahr vergrößert und entwickelt hat, hat sich auch die Zeremonie auf der Ruhrbrücke verfeinert. Vor 33 Jahren stand das Ehepaar noch alleine auf der Brücke, hing ihren ausgedienten Adventskranz ans Geländer und ließ die Forelle in einem Pappkarton in die Ruhrfluten fallen. 

Das Verrückte dabei, „er kam immer richtig herum an“, so Friedhelm. Die ehemaligen Pächter der „Bürgerstuben“ fanden in den Jahren darauf schnell Mitstreiter, die ebenfalls die schönen Karnevalstage zu einem würdigen Abschluss bringen wollten. 2001 gründete sich dann der WiKaVau, mit Marion Uhde-Koch als Gründungs- und Vorstandsmitglied. 

Hinab geht's in die strömende Ruhr

Mittlerweile schippert die auf Zweigen oder Salat gebettete Forelle in einem selbstgebauten Holzboot, wird mit einer LED-Lichterkette beleuchtet und mit den Worten „Tschüss min Frün“ vom Geländer per Bindfaden in die strömende Ruhr hinabgelassen. 

Das Boot sucht Marion tags darauf am Ufer wieder. „In den 33 Jahren haben wir ein einziges Mal vergessen, den Fisch bei Baumüller zu bestellen. Da haben wir dann Heringsstipp aus dem Kühlschrank genommen,“ lacht Marion heute zur kreativen Alternative. 

Nur die Zahl der Teilnehmer schwankt

Ein letztes Gläschen Sekt auf der Ruhrbrücke, schwarze Kleidung, Zylinder oder Hut und Trauergesicht gehören mittlerweile zum festen Ritual, nur die Anzahl der Teilnehmenden variiert – das ist oftmals wetterabhängig. 

Die meisten treffen sich vorher schon im Karnevalsmuseum bei Vorstandsmitglied Andreas Siepmann. Gesellig lässt man dort die tollen Karnevalstage in der Ruhrgemeinde Revue passieren, aber auch Verbesserungen und Manöverkritiken werden eingefangen.

Weitere Karnevalsfreunde kommen spontan zur Ruhrbrücke, trotzen Wind, Eis und Schnee oder wie in der vergangenen Veilchendienstagnacht dem Regen. Der Fackelzug mit den jecken Trauernden um die schöne fünfte Jahreszeit zelebriert den Abschied des Möppelken mit tröstenden Worten: „Tschüss min Frün, am 11.11. zum Hoppeditz-Erwachen sehen wir uns wieder".

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