Wickeder kommt glimpflich davon

Eifersuchts-Drama: 25-Jähriger sperrt Ex-Freundin in Küche ein - So hat das Gericht entschieden

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Symbolbild

Wickede/Soest – Glimpflich davon kam jetzt ein 25-jähriger Wickeder, der sich wegen Bedrohung, Beleidigung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung vor dem Schöffengericht in Soest verantworten musste. Die Gesamtstrafe von 90 Tagessätzen zu je 15 Euro akzeptierte der dreifache Vater sofort.

Mit dem Urteil setzte das Gericht einen Schlusspunkt um ein Eifersuchtsdrama, das am 3. August gegen 23.15 Uhr in einer kleinen Wohnung in Wickede seinen traurigen Höhepunkt fand. Schon länger hatte der Angeklagte damit zu kämpfen, dass die von ihm getrennt lebende Mutter seiner drei Kinder im Alter von 2, 4 und 5 Jahren wohl Gefallen an einem anderen Mann gefunden hatte. Bereits telefonisch hatten sich die beiden Kontrahenten ihrer gegenseitigen Abneigung versichert. 

An dem Abend aber hatte der Angeklagte den Nebenbuhler am Telefon als „Hurensohn“ bezeichnet und ihm damit gedroht, ihn umzubringen. Der Nebenbuhler verließ daher die Wohnung der ehemaligen Lebensgefährtin des Angeklagten, mit der er sich zuvor noch einen Film angeschaut hatte, um „nicht weiteres Öl ins Feuer zu gießen“, wie die junge Dame als Zeugin vor Gericht aussagte. Vielleicht wurde so Schlimmeres verhindert. 

Denn der Angeklagte stürmte gegen 23.15 Uhr in die Wohnung und durchforstete jedes Zimmer auf der Suche nach der Affäre. „Sogar in den Kinderzimmern des schlafenden Nachwuchses war er“, so die ehemalige Lebensgefährtin. Dabei immer fest umklammert: ein circa 17 Zentimeter langes Messer, das er in der Innentasche seiner Jacke verborgen hatte. „Das hatte ich nur zur Selbstverteidigung dabei“, erklärte er. Auch der Konkurrent habe ihm nämlich mit dem Tode gedroht. Als der Angeklagte nicht fündig wurde, kam es in der Küche der Wohnung zu einer Rangelei. Die Frau gab ihm zwei Ohrfeigen und versuchte, ihn aus der Wohnung zu schubsen. 

Frau stolpert über Schuhe

„Er konnte die Kinder immer besuchen. Aber nicht mehr um diese späte Stunde“, so die Frau. Dabei stolperte sie wohl auch über seine Schuhe und fiel gegen den Kühlschrank. Ein hauchfeiner blauer Fleck am Arm könnte dabei entstanden sein – oder wenig später, als der Angeklagte die Frau wieder aus der zwischenzeitlich verschlossenen Küche gelassen hatte und ihren Versuch abwehrte, ihr Handy zurückzubekommen. Auch dabei war es zum Handgemenge gekommen. Die Jacke mit dem Messer hatte er – da deckten sich die Aussagen von Frau und Angeklagten – zwischenzeitlich in eine Ecke geworfen. Die Frau jedoch hatte er für gefühlte fünf Minuten in die Küche eingesperrt. 

„Ich wollte doch nur mit ihr reden. Aber sie schrie ununterbrochen“, so der Mann. „Auch fünf Minuten sind eine Freiheitsberaubung“, so der Staatsanwalt. Kaum Zweifel bestand für ihn und die Kammer daran, dass der Angeklagte das Handy nicht behalten oder gar verkaufen wollte. Ein Diebstahl oder gar Raub schied damit aus. 

Ordnungsgeld für Nebenbuhler

Dem Angeklagten sei nur noch wichtig, seine Ausbildung zu absolvieren. Mit der Frau habe er abgeschlossen. „Sie war seine große Liebe“, so der Anwalt, „aber mein Mandant hat sich nun wieder im Griff und neu fokussiert“. Das Gericht honorierte mit dem gefundenen Strafmaß insbesondere das Geständnis. Ärgerlich dürfte das Verfahren für den Nebenbuhler sein. Er war als Zeuge geladen, aber nicht erschienen. Das Gericht verhängte gegen ihn daher ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro.

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