Für 700.000 Euro

Zwei Vereine, ein Platz: Fußballvereine wollen gemeinsamen Kunstrasen

Rechts vom Hauptplatz des SV Hilbeck liegt der Nebenplatz. Er soll in einen Kunstrasenplatz umgebaut werden - wenn es nach dem SV Hilbeck und dem SC Sönnern geht.
+
Rechts vom Hauptplatz des SV Hilbeck liegt der Nebenplatz. Er soll in einen Kunstrasenplatz umgebaut werden - wenn es nach dem SV Hilbeck und dem SC Sönnern geht.

Blau-Weiß und Schwarz-Gelb wollen beim künstlichen Grün gemeinsame Sache machen: Der SC Sönnern und der SV Hilbeck beantragen gemeinsam den Bau eines Kunstrasenplatzes in Hilbeck. Der soll auf dem Nachbarplatz des Naturrasenplatzes im Willi-Hafter-Stadion in Hilbeck entstehen.

Über den gemeinsamen Antrag zum Bau im Jahr 2022/23 soll der Schul- und Sportausschuss am Dienstag, 2. März, (18 Uhr im Saal 1 der Stadthalle) beraten.

Beide Vereine haben das gleiche Gründungsjahr 1947 und werden mithin im kommenden Jahr jeweils 75 Jahre alt. Der zur gemeinsame Nutzung vorgesehene Kunstrasenplatz wäre demnach ein Geschenk für die Clubs, sollte die Politik zustimmen. Ein auf den ersten Blick teures, weil rund 700 000 Euro aufgebracht werden müssen. Allerdings würden beide Vereine am Grün-Präsent mit bezahlen, wollen sich durch Eigenleistung und Spendensammlungen „im angemessenen Umfang und nach ihren Möglichkeiten beteiligen“, so heißt es in der Vorlage.

Beide Vereine regen eine Finanzierung über den „Investitionspakt zur Förderung der Sportstätten“ an; dort seien Zuschüsse in Höhe von 90 Prozent abrufbar. Demnach blieben 70 000 Euro für die Stadt zu finanzieren. Zum Platz gehören Flutlicht, Zaunanlage und Zubehör. Die Pflege des Platzes obliegt den Hilbeckern. Als Füllmaterial soll Kork genutzt werden.

Umfangreich begründen die beiden Fußballvereine, die jeweils einen Naturrasen als Hauptplatz haben und auch behalten wollen, die Kooperation. Dazu gehöre auch das Problem, den Betrieb in den Wintermonaten aufrecht zu erhalten. Naturrasen ist im Winter kaum nutzbar. Also wird auf Kunstrasen in Werl ausgewichen: Das Training auf dem städtischen Höppe-Platz sei aber problematisch, weil dort wegen der hohen Auslastung bis in die späten Abendstunden der Ball rollen muss, bis 22 Uhr. Das sei „nicht trag- und zumutbar“, vor allem nicht für Jugendmannschaften. Durch das Ausweichen nach Werl entfalle außerdem das Vereinsleben im Winter.

Dass der SC Sönnern und der SV Hilbeck gemeinsam mit SuS Scheideingen im Nachwuchsbereich eine Jugendspielgemeinschaft bilden, wird als zusätzliches Argument aufgeführt. In Scheidingen gibt es Kunstrasen, aber der sei schon jetzt stark ausgelastet. Man wolle aber den Jugendfußball ausbauen, teilen die Verantwortlichen der Hilbecker und Sönneraner Kicker mit.

Der SC und der SV kennen sich auch durch die geografische Nähe, heißt es in dem Antrag. „Ein gemeinsamer Sportplatz wird die Zusammenarbeit in der Zukunft stärken und beide Vereine noch näher zusammenbringen.“ Das Gemeinschaftsprojekt basiere auf dem „langjährigen Wunsch“ eines Kunstrasenplatzes. Die Anzahl der Trainingseinheiten auf dem neuen Kunst-Geläuf sei bereits abgestimmt. Dieses wär im Winter jeden Tag belegt, es gebe aber in den frühen Abendstunden noch Kapazitäten „für weitere Jugendmannschaften. Dies würde auch den Höppe-Platz in Werl entlasten.“

Nicht unerwähnt lassen die beiden Clubs, dass sie die Stadt Werl als überkreislich spielende Fußballmannschaft repräsentieren. „Daher sollte es auch der Stadt Werl daran gelegen sein, den Vereinen eine zeitgemäße Sportanlage mit besten Bedingungen zur Verfügung zu stellen.“ Sönnern und Hilbeck wollen den Platz „unbedingt“. Damit trage man auch der Verantwortung eines Vereins als Anlaufplatz für Sportinteressierte Rechnung und sichere den Spielbetrieb auch im Winter. Bei Nachholspielen komme es öfter zu zwei Spielen an einem Wochenende. „Für Hobbyfußballer ist das eine hohe körperliche Beanspruchung“ – vom organisatorischen Aufwand ganz zu schweigen.

Beide Vereine hatten offenbar Stillschweigen vereinbart. Mit dem Antrag konkretisiert sich, was Anfang Februar durchgesickert war: der Plan zum Bau eines Kunstrasenplatzes in Hilbeck.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare