Für 20 Menschen

Wohncontainer für Asylsuchende und Obdachlose kommen verspätet

So könnten die Wohncontainer aussehen, die die Stadt kaufen möchte.
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So könnten die Wohncontainer aussehen, die die Stadt kaufen möchte.

Ursprünglich wollte die Stadt sie schon im vergangenen Jahr im Gewerbegebiet „Zur Mersch“ aufstellen lassen, nun kommen sie wohl Anfang des kommenden Jahres: die Wohncontainer für Asylsuchende und Obdachlose.

Werl - Die Stadtverwaltung hat die Errichtung der Wohnanlage ausgeschrieben, bestehend aus 20 Einzel-Containern und einem Doppelcontainer. Letzterer soll Platz für die Heizung bieten und als Wirtschafts- und Geräteraum dienen, erläuterte Fachbereichsleiterin Iris Bogdahn auf Anfrage.

Die Ausschreibung sieht vor, dass das beauftragte Unternehmen voraussichtlich im Oktober mit dem Aufbau startet. Abnahmereif sollen die Container bis zum 25. Februar sein.

Kosten belaufen sich auf 560.000 Euro

Als das Projekt vor gut einem Jahr vorgestellt wurde, kalkulierte die Stadt mit Kosten in Höhe von 560 000 Euro. Ob dies angesichts der zuletzt enormen Kostensteigerungen im Bausektor noch realistisch ist, wird erst nach Ablauf der Ausschreibungsfrist im Juli klar sein.

Die Stadt hatte die Verzögerungen bei dem Projekt mit der Corona-Pandemie, dem kurzfristig nötige Umbau des VHS-Hauses zur Übergangs-Kita und der dadurch voll ausgelasteten Bauabteilung begründet.

Der Bau der Einzelmodule soll laut Stadt die Palette der Unterbringungsmöglichkeiten ergänzen und für Entlastung bei Problemfällen (nicht wohnungsfähige und/oder psychisch auffällige Personen, posttraumatische Belastungsstörungen) sorgen.

Bauchschmerzen bezüglich einer drohenden Ghettoisierung

Die Politik hatte dem Vorhaben vor einem Jahr zugestimmt, aber Bauchschmerzen bezüglich einer drohenden Ghettoisierung im Norden geäußert. Diese Bedenken teilte die Stadtverwaltung nicht.

Die Grundstücke für die Wohncontainer im Gewerbegebiet Mersch gehören der Stadt. Die 20 Ein-Zimmer-Appartements haben jeweils eine Gesamtfläche von 15 Quadratmeter, inklusive Windfang, eigener Nasszelle und Kochnische im Wohn-/Schlafraum. Die Container können von maximal zwei Personen bewohnt werden.

Zuletzt schwankte die Zahl der in Werl lebenden Flüchtlinge um die 750 (31. Dezember 2020: 746). Daran habe sich auch in den vergangenen Monaten nicht viel geändert, sagte Fachbereichsleiterin Iris Bogdahn. Den nächsten ausführlichen Bericht zur Flüchtlingssituation in Werl wird die Stadt am 24. August im Ausschuss für Jugend, Familie, Soziales und Kultur vorstellen.

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