Probleme wohl ab Herbst

Wohin mit den Schülern? Werl droht Inklusions-Dilemma

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Werl - Auch wenn sich die drohenden Zahlen erstmal relativiert haben, könnte Werl schon im Herbst erneut vor dem Problem stehen: Wohin mit den Inklusionsschülern? Das Marien-Gymnasium könne die Betreuung nicht mehr übernehmen. 

Und das habe Hintergründe, sagte Fachbereichsleiterin Iris Bogdahn im Schulausschuss. Denn es gebe einen neuen Erlass des Landes NRW samt einer Inklusions-Neuausrichtung an weiterführende Schulen. Da die beiden Werler Ursulinen-Privatschulen von der Verpflichtung der Aufnahme von Kindern mit Förderbedarf ausgenommen sind, konzentriert sich die Vorgabe auf zwei weiterführende Schulen: die Sälzer-Sekundarschule und eben das Marien-Gymnasium.

 Das MG als „Schule des gemeinsamen Lernens“ hat zurzeit 15 Inklusionsschüler, davon elf mit zieldifferentem Unterricht. Nach dem neuen Erlass sollen Förderkinder, die zieldifferent unterrichtet werden müssen, aber nicht mehr an Gymnasien lernen. Sie sollen sich vielmehr „auf andere Schulen verteilen“, sagt Bogdahn. Aber: In Werl bleibt dann nur eine: die Sekundarschule, mit zurzeit 51 Inklusionskindern. „Und da wird es für uns schwierig.“ Denn mehr als drei Inklusionskinder soll es pro Klasse nicht geben.

Zahl auf 12 reduziert

Im Herbst lag die Prognose aber noch bei 20 neu aufzunehmenden Kindern. „Das wäre ein Problem gewesen, weil wir ja die Beschulung sicher stellen müssen“, sagte Bogdahn. Bei vier Startklassen in der Sekundarschule wären nur zwölf Kinder neu beschulbar gewesen, hätte man das MG außen vor gelassen. Zwar habe die Bezirksregierung darauf hingewiesen, dass in dem Fall auch das MG zieldifferent unterrichten könne. „Aber das haben wir verweigert“, sagte die Fachbereichsleiterin. „Denn wir konnten die Einwände des Gymnasiums nachvollziehen.“

 Gut für alle Beteiligten: Mittlerweile habe sich die Zahl der erwarteten Inklusionsschüler auf ein Dutzend reduziert. „Da passt also alles.“ Aber schon zum Ende des Jahres könne man wieder vor dem „Dilemma“ stehen, warnte Iris Bogdahn. Man habe Verständnis für das MG, müsse auf der anderen Seite aber auch überlegen, welche Konsequenzen auf die Sälzer-Sekundarschule zukämen. Man stehe also vor einer „zusätzlichen Herausforderung“, auch wenn sie nun doch nicht akut sei. „Aber es kann sein, dass wir dann eine Entscheidung fällen müssen.“

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