Klare Absage

Werls Bürgermeister Grossmann: Kein Outlet-Center in der Innenstadt

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So sollte laut Investor „Neinver“ das FOC Werl aussehen.

Werl - Ob es nach der juristischen Niederlage doch noch einen Weg für ein Werler Factory Outlet Center (FOC) geben wird, hängt allein von der Auswertung der Urteilsbegründung ab. Nur durch eine Revision wäre das noch denkbar.

Einer Debatte für einen anderen Werler Standort oder gar einer Ansiedlung in der Innenstadt erteilt Werls Bürgermeister mittlerweile eine Absage. 

Man habe all das durchgespielt und „im Detail diskutiert“, auch aktuell nach der Niederlage vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster nochmal geprüft. Das Fazit falle deutlich aus: Ein Outlet-Center in Werls Innenstadt sei „nicht zu machen“, weil „die Voraussetzungen fehlen“.

 Zwar weiß auch der Bürgermeister, dass es von zwei Werler Geschäftsleuten einen Vorstoß gibt, der ein solches „City-FOC“ unter Einbezug des alten Möbelhauses Fredrich & Neuschäfer umreißt – zumindest grob aufs Papier gebracht. Aber ein solches Vorhaben sei angesichts der fehlenden Verkehrs-Infrastruktur und der nötigen 2 000 Parkplätze nicht realisierbar. Zumal man dafür „die halbe Innenstadt abreißen müsste“, wie der Bürgermeister ergänzt – von Eigentumsverhältnissen ganz zu schweigen. 

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Wichtig ist dem Verwaltungschef dabei, dass die Erkenntnis nicht auf einer reinen Einschätzung der Verwaltung beruhe, sondern auf dem Votum der Fachleute, die Outlet-Center finanzieren oder betreiben. Die hätten die Idee abschlägig beschieden, weil sie wirtschaftlich nicht darstellbar sei. „Das geht weit über das Spekulieren hinaus.“ Alle Möglichkeiten seien mit Investoren und Betreibern hinterfragt worden. Für 80 neue Fachgeschäfte vereint in der Innenstadt sähen sie keine Chance.

Offen für neue Erkenntnisse

 Auf der anderen Seite betont der Bürgermeister aber auch, jederzeit offen für neue Erkenntnisse zu sein. Wenn sich bislang unbekannte ernsthafte Möglichkeiten ergäben, sei man dankbar für Hinweise. „Die Stadt lebt von Ideen Anderer – aber dann muss es auch mehr als nur eine Idee sein.“ Aus heutiger Sicht sei das aber nicht realisierbar. 

Das gilt auch für andere Flächen rund um Werl. „Ich sehe zurzeit im gesamten Gebiet der Stadt Werl keine Fläche mit realistischer Chance für ein FOC“, sagt Michael Grossmann. Nicht, dass Werl keine Flächen habe. Aber für die gelten dieselben rechtlichen Vorgaben wie bei der zuletzt diskutierten und vom OVG gestoppten im Bereich B1/A 445. Und so lange die „restriktive“, sprich unterdrückende Wirkung gegen die Kommunen und das „dogmatische Denken“ der Landespolitik gebe, werde sich daran auch nichts ändern. So lange das Land seine Gesetzgebung nicht korrigiere, habe ein Outlet-Center in Werl keine Chance. 

Das FOC-Aus bewegt die Gemüter

Damit reduziere sich die einzige offene Möglichkeit, doch noch ein FOC in Werl zu bekommen, auf die juristische Überprüfung des Urteils des Oberverwaltungsgerichts aus dem November. Seit Mitte Dezember liegt der Spruch der OVG-Richter schriftlich vor; zurzeit laufen die Überprüfungen der Juristen, die die Interessen der Stadt vertreten. Kommen sie zu der Einschätzung, dass eine Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht lohnt, bleibt die FOC-Tür noch einen Spalt offen. Wenn nicht, ist sie zu. Endgültig.

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