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Werler schmiert Hakenkreuze an Gebäude und legt sich in Kirche auf den Altar

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Von: Thomas Nitsche

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Ein Werler soll Hakenkreuze, Schriftzüge und Schmierereien in der Innenstadt hinterlassen haben.
Ein Werler soll Hakenkreuze, Schriftzüge und Schmierereien in der Innenstadt hinterlassen haben (Symbolfoto). © Jan Woitas /dpa

Zum fünften Verhandlungstag kommt es am Dienstag im Werler Amtsgericht gegen einen 47-jährigen Werler, dem von der Arnsberger Staatsanwaltschaft vier Strafsachen vorgeworfen werden.

Werl - Der Angeklagte soll sich in der Werler Wallfahrtskirche auf den Altar gelegt und später Kerzen sowie ein Bodenkreuz beschädigt haben. Dabei entstand ein Sachschaden von 100 Euro. Beim Verlassen der Kirche soll er einen Kirchgänger in den Hintern getreten haben.

Zudem habe er in seinem Garten die Musik so laut gedreht haben, dass sich eine Nachbarin darüber beschwerte. Durch den Zaun soll der 47-Jährige die Werlerin beleidigt und mit einem Messer bedroht haben.

In der dritten Anklageschrift wird dem Werler vorgeworfen, in der Nacht vom 15. auf den 16. August des vergangenen Jahres Gebäude, Pfeiler und Wände beschmiert zu haben. Er soll Hakenkreuze, Schriftzüge und Schmierereien in der Innenstadt hinterlassen haben. In seiner ehemaligen Werler Wohnung waren ähnliche Schriftzüge auf Türen und Wänden vorgefunden worden.

Er ist weiter angeklagt, weil er Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet haben soll. Ihm wurde ein Ladendiebstahl in Soest zugeschrieben. Bei der Festnahme soll er in die Tür des Streifenwagens getreten haben. Einen Polizeibeamten habe er zudem ans Hosenbein gespuckt. Immer wieder soll er die Polizisten beleidigt haben. Er wurde zur Polizeiwache nach Lippstadt gebracht. Dort soll er die Beamten weiter beleidigt haben. In der Zelle soll er mehrfach mit seinen Kopf gegen die Tür gestoßen haben. Die Beamten brachten den Werler daraufhin nach Warstein. Der Angeklagte selbst stritt alle ihm vorgeworfenen Straftaten ab. In Soest machte er die Beamten verantwortlich, dass er aus seiner Sicht unbegründet festgenommen worden sei.

Vor Gericht trug ein Arzt aus Warstein ein medizinisches Gutachten vor. Der Angeklagte sei in seiner Kinder- und Jugendzeit von seinem Vater mehrfach körperlich misshandelt worden. Dies habe noch heute Auswirkungen. Der Mediziner teilte zudem mit, dass der Werler Medikamente nehmen müsse. Bei Drogen- und Alkoholkonsum verschlechtere sich seine körperliche Verfassung, dies könne Störungen und Folgeschäden bewirken. Aus seiner Sicht weise der Angeklagte Verhaltensstörungen auf. Er könne seine Aggressionen nicht kontrollieren.

Am vierten Tag waren die Polizeibeamten eingeladen, die zum Ladendiebstahl nach Soest gerufen worden waren. Alle bestätigten den Vorfall so, wie es die Vertreterin der Staatsanwaltschaft am ersten Verhandlungstag vorgetragen hatte. Sie meinten, dass der Werler nicht Herr seiner Sinne gewesen sei. Er habe so gewirkt, als ob er unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen gestanden habe.

Nun sollen zwei weitere Zeugen vernommen werden, die zu den Schmierereien in der Innenstadt aussagen sollen.

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