Werler Kult-Kneipe "Galle" steht vor dem Aus

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Ein trauriger Gastwirt: Nach 30 Jahren muss Dieter Niggemann aus gesundheitlichen Gründen die „Galle“ schließen.

Werl - Es ist die Kneipe mit unbestrittenem Kult-Charakter. Die „Galle“, die eigentlich „Galerie“ heißt, ist Anlaufpunkt für Menschen aller Altersstufen. Sie alle werden sich bald einen neuen Treffpunkt suchen müssen:

Die „Galle“ am Eck von Bäcker- und Liebfrauenstraße schließt. Das hat Inhaber Dieter Niggemann auf Anfrage bestätigt. Seit Monaten schon sucht der Gastronom einen Nachfolger, der sein Erbe antritt.

Bisher erfolglos. Es gab Kontakte, Gespräche, aber keine Einigung. „Die kommen nicht aus dem Quark“, bilanziert der Wirt in der ihm eigenen Art.

So stellt sich Niggemann drauf ein, spätestens zum Jahresende seine Kneipe für immer abzuschließen. Seit 30 Jahren betreibt der 59-Jährige die „Galle“, diese urige Pinte, die gern mal aus allen Nähten platzt.

Weil manches Fest und manche Fete wie selbstverständlich dort enden, wo „der Dieter“ die Bierchen zapft. Niggemann würde das, was er seit drei Jahrzehnten mit Herzblut tut, noch lange weitermachen.

Doch gesundheitliche Gründe lassen das nicht mehr zu. Niggemann erinnert sich schmunzelnd an die Anfänge. Die „Galerie“ hatte keinen guten Ruf, als er einstieg.

Da hätte es nahe gelegen, vorsorglich den Namen zu ändern, unbelastet in die Zukunft zu starten. Die Überlegung wurde verworfen – heute ist der Kneipier froh darüber.

Vor zehn Jahren eröffnete er direkt nebenan das „Galle-Café“. Dort ist schon früher Schluss, weil der Vertrag zum 30. Juni ausläuft. Ein Ende in Etappen also.

Wobei Dieter Niggemann die Hoffnung nicht aufgibt, einen ähnlich Verrückten zu finden, der die „Galle“ weiterführen will. „Ich würde ihn natürlich einarbeiten“, bietet der Gastronom an.

Im Hintergrund noch ein wenig mitzuarbeiten, könnte er sich außerdem durchaus gut vorstellen.

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