Briefkontrolle 

Werler JVA-Insasse schmiedete Plan gegen Bekannten

Ein Insasse der JVA Werl hat versucht einen Bekannten in den Knast zu bringen. Doch sein Plan flog auf.

Werl - Auf hinterlistige Art soll ein Insasse der Werler Justizvollzugsanstalt versucht haben, einem Bekannten einige Jahre Knast zu verschaffen. Der perfide Plan flog auf – jetzt hat sich der Gefangene vor dem Soester Amtsgericht wegen des Vorwurfs der „versuchten Anstiftung zur mittelbaren Freiheitsberaubung“ zu verantworten.

Verhandelt wird der Fall am Donnerstag kommender Woche vor dem Schöffengericht.

Passiert ist den Ermittlungen zufolge dies: Der Häftling hat laut Anklageschrift einem Bekannten einen Brief geschrieben, in dem er diesen aufforderte, in der Wohnung eines gemeinsamen Bekannten eine möglichst große Menge Rauschgift zu deponieren. Anschließend sollte der ahnungslose Mann bei der Polizei verpfiffen werden, sollten die Beamten den Stoff bei ihm finden.

Gefangene wissen von der Kontrolle

Gerissen dieser Plan, doch ging er nicht auf. Der Brief nämlich durchlief routinemäßig die Postkontrolle in der JVA – und blieb eben dort hängen. Der Rest war dann für die Beamten Routine. Der Brief wurde der Polizei übergeben, die leitete ihn weiter an die Staatsanwaltschaft, wo Anklage erhoben wurde.

„Grundsätzlich“, sagt JVA-Chefin Maria Look, „wird Post von Gefangenen nach draußen kontrolliert.“ Zwei Formen gibt es: die Sicht- und die Lesekontrolle. Letztere ist die häufig angewendete Art. Bedienstete öffnen einen Brief, lesen quer. Fällt ihnen etwas auf, schauen sie genauer hin. Wie in diesem Fall.

Dass Briefe die Kontrolle durchlaufen, „wissen die Gefangenen, aber auch deren Angehörige“, erläutert die Leitende Regierungsdirektorin. Dass sich in einem Schreiben eine Straftat offenbart, sei natürlich die Ausnahme, so Maria Look. Oft aber geben Briefe den betreuenden Beamten wertvolle Hinweise über Probleme, mit denen sich Insassen konfrontiert sehen. Das kann wichtig sein bei Entscheidungen über anstehende Lockerungen, oder wenn die Entlassung ansteht.

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