Trauer in Werl

Ein Leben für Fotos und Bücher: Helmuth Euler (86) ist verstorben

Helmuth Euler in seinem Element - inmitten von Filmmaterial.

[Update 13.30 Uhr] Trauer in Werl um einen Mann, der eine ganze Stadt mit Bildern, Büchern und Filmen geprägt hat: Fotografenmeister Helmuth Euler ist tot. Er starb am Mittwoch nach längerer Krankheit im Alter von 86 Jahren.

Werl - Werl, das war sein Leben. Für diese Stadt und in dieser Stadt lebte er, setzte sie in Szene, sah sie durch die Linse des Fotografen und des kritischen Beobachters und Bürgers. 

Zahlreiche Bücher mit seinen Fotos und Anmerkungen hat er in den Jahrzehnten seines Wirkens veröffentlicht. Eines der bekanntesten: "Werler Erinnerungen" mit großformatigen Fotos. Helmuth Euler konnte mit seinen Bildern Liebeserklärungen an seine Stadt abgeben.

Der Werler galt aber Zeit seines Lebens auch als streitbarer Geist. Gegen die damaligen Sanierungspläne im Altstadtkern zog er vehement zu Felde, sprach von "Zwangssanierung". Er debattierte leidenschaftlich mit, wenn es um seine Stadt ging. 

Euler galt zudem als ausgewiesener Fachmann für die Möhnekatastrophe mit den zahlreichen Opfern nach der Bombardierung der Sperrmauer am Möhnesee im Zweiten Weltkrieg durch die Engländer. Er verfasste auch englischsprachige Bücher über die todbringenden Rollbomben und sorgte vor vielen Jahren für Aufsehen, als Star-Regisseur Peter Jackson („Herr der Ringe“) die Eulers in Werl besuchte, um Archivmaterial für einen Film zu sichten. Ein geplantes Film-Epos über die Bombardierung der westdeutschen Talsperren, das bis heute aber nicht gedreht worden ist. 

Geboren am 29. November 1933 in seinem Werl, war Euler schon von Kindheitsbeinen an fasziniert vom Kino und von bewegten Bildern. Was wohl, wie er einst schmunzelnd anmerkte, auch mit dem Aufwachsen neben dem einstigen Central-Theater im früheren Haus Müller eingangs der Steinerstraße zusammenhing. „Das bewegte Bild hat mich immer bewegt“, sagte Helmuth Euler einst. Die ersten Erinnerungen an die Filmwelt sei ein Spielzeugprojektor gewesen, den er zu Weihnachten geschenkt bekam. "Zwei, drei Minuten war ein Elefant zu sehen, der einen Zirkuswagen zog."

Seit längerer Zeit war Helmuth Euler gesundheitlich schwer angeschlagen, hatte sich zurückgezogen. Aber sein Interesse am Geschehen in Werl war ungebrochen, sein Haus am Vogelsang gleicht einem Archiv. Daher war und bleibt der Fotograf, der über 50 Jahre lang mit seiner Frau Henriette ein Studio an der Steinerstraße führte, ein Gedächtnis der Stadt. Sein Vermächtnis wird in seinen Bildern fortleben. 

Das Seelenamt findet am Mittwoch, 11. März, um 14.30 Uhr in der Propsteikirche St. Walburga statt. Anschließend ist die Beerdigung auf dem Parkfriedhof Werl.

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