Bürgermeister äußert sich: Keine Kita an der Walburgisschule

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Werl - Der Bürgermeister spricht Klartext: Der Um- und Ausbau der Walburgisschule soll am heutigen Standort erfolgen, ohne Einbeziehung der Paul-Gerhardt-Schule als „Betreuungshaus“, wie es die CDU will. Da habe die Verwaltung eine klare Position. Und: Ein Kita-Neubau auf dem Areal der Walburgisschule sei wohl vom Tisch.

Das hat Michael Grossmann am Donnerstag auf Anzeiger-Anfrage mitgeteilt. Die Verwaltung habe eine eindeutige Position, die sich auch nicht geändert habe. Nun gelte es, am Wochenende im von der Politik geforderten Workshop Überzeugungsarbeit zu leisten, sagte der Verwaltungschef.

Aus funktionaler und pädagogischer Sicht sehe er keine Alternative zur Unterbringung aller Bereiche der Walburgisschule „unter einem Dach“. Es gehe eben nicht nur allein um die Finanzabwägung.

Mit den Finanzen hatte die CDU argumentiert, die in einem Ausweichen auf die benachbarte ehemalige Paul-Gerhardt-Schule mit allen Betreuungseinrichtungen (Offener Ganztag, Schulkinderhaus und Dino-Club) ein Einsparpotenzial erhoffte; denn dadurch, so die Christdemokraten, könne der Anbau an der Walburgisschule deutlich kleiner ausfallen.

Workshop am Wochenende

Aber: Durch eine dann nötige Neuplanung würde Zeit verloren gehen. Vor allem aber sprechen laut Grossmann die Fakten gegen eine Planänderung. Diese Fakten und Informationen werde man im Workshop am Wochenende auch der Politik zu verdeutlichen versuchen.

Der Bürgermeister zeigt sich aber überzeugt: „Das, was bisher geplant ist, ist die beste Lösung. Ich sehe keine andere.“ Daher sieht der Verwaltungschef auch keinen Dissens mit den Eltern der Grundschule, die sich in der Sorge um ihre Kinder und die Zukunft der Walburgisschule an die Öffentlichkeit gewandt haben.

Klar sei aber auch: Er, so Grossmann, könne nur zu seinem Wort „Baustart 2019“ stehen, „wenn die Politik keine Hemmnisse in den Weg legt.“ Die Frage der Zukunft der Walburgisschule und die einer neuen Kita müsse getrennt werden, fordert der Bürgermeister. So reizvoll der erste Gedanke sei, an der Walburgisschule mit dem Bau einer Kita auf dem Gelände ein „Bildungszentrum“ zu errichten, so sehr müsse man doch nach neuerlicher Prüfung auch den wachsenden Bedenken dagegen – nicht zuletzt wegen der Verkehrsproblematik – Rechnung tragen.

Standortfrage zweitrangig

Die Schlussfolgerung des Verwaltungschefs: „Ich sehe die Kita nicht mehr auf dem Areal der Walburgisschule.“ Daher sei die Kita-Frage nun von der Schulplanung abzukoppeln und danach ein anderes Grundstück für eine neue Kita zu suchen. Die werde irgendwo im Stadtgebiet Platz finden. Zurzeit sei die Standortfrage zweitrangig.

Grossmann betont: „Es geht jetzt nicht um die Kita, sondern um die Planung für die Walburgisschule.“ Und es sei Zeit, in der Frage Klarheit zu schaffen. Nicht zuletzt sehe er es wie die Eltern der Walburgisschule: „Es geht um die Frage, was das Beste für unsere Kinder ist.“

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