Ärger im Planungsausschuss

Zähnefletschen bei der Hundewiese - Vorwurf: "wenig Ahnung, wenig Interesse"

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Die geplante Hundewiese sein ein "Anziehungspunkt" für die Stadt Werl.  

Wäre sie ein Hund, wäre ihre Reaktion eher Zähnefletschen als Schwanz wedeln gewesen: Denn alles andere als positiv hat die Werlerin Dagmar Jäkel die Ankündigung der Stadt Werl aufgenommen, nun eine Fläche für ein Hundeauslaufgebiet präsentieren zu können.

Dagmar Jäkel, die für das Vorhaben Unterschriften gesammelt hatte, war selber im Planungsausschuss am Donnerstag, in dem zum Ende hin die Fläche südlich der Bahnlinie präsentiert wurde (wie berichtet). Vor allem sei sie über das spürbare Desinteresse der Werler Politik, die zuvor „stundenlang über Blümchenwiesen“ gesprochen habe, enttäuscht. Beim Thema Hundeweise hingegen habe es weitgehend Schweigen gegeben. „Das ist einfach nur traurig.“

Über Ortslandwirt Henning Cloer, der die angebotene Wiese von rund 5 000 Quadratmetern im Ausschuss als zu groß bezeichnet habe, zeigte sich Dagmar Jäkel zudem enttäuscht. „Eigentlich sollte ein Jäger und Hundebesitzer wissen, dass viele Hunde in einem umzäunten Gebiet Raum brauchen, um Konfrontationen aus dem Weg zu gehen“. Cloer hatte eine Wiese innerhalb der Stadt vorgeschlagen, damit keine landwirtschaftliche Fläche verloren geht. 

Passendes Areal gefunden

Immerhin: Das ausgesuchte Areal sei offenbar geeignet, sagt Dagmar Jäkel. Aber die Frage, wer denn nun die Fläche kauft oder pachtet, ist ein Hindernis. „Ich werde das auf jeden Fall nicht kaufen – und auch nicht können“, sagte die Werlerin gestern auf Anzeiger-Anfrage. Ihre Erwartungen an die Stadt sind deutlich: „Ich wünsche mir, dass die Stadt und Politik einfach mal etwas macht für ihre Bürger“. Klar koste das viel Geld. Aber für das Grundstück – insgesamt rund 8 500 Quadratmeter groß, wovon 3 500 Quadratmeter große Biotop-Fläche nicht nutzbar sind – könne ja auch die Hundesteuer eingesetzt werden. Nicht zu vergessen sei, dass eine solche Hundewiese ein neuer „Anziehungspunkt“ für Werl sei, der die Stadt attraktiv mache.

Kauf oder Anpachtung

Dagmar Jäkel kündigte Gesprächsbereitschaft mit der Stadt an, wenn es nun in Verhandlungen mit dem Grundstücksbesitzer geht. Dabei steht ein Kauf oder eine Anpachtung zur Debatte. Die Hundefreundin kündigte an, dass sie und einige Mitstreiter sich um die Hundeweise kümmern würde, wenn die Stadt das Grundstück stelle.

„Wenig Ahnung, wenig Interesse, wenig Unterstützung, wenig Aussicht auf Erfolg“ attestierte Dagmar Jäkel der Politik und dem Angebot in einem Facebook-Post.

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