Geschlossene Gaststätten

Kneipen bleiben zu: Wirten im Kreis Soest steht das Wasser bis zum Hals

Bei dem schönen und sonnigen Wetter zieht es dutzende Menschen nach draußen. Sie suchen Plätze, wo sie die angenehmen Temperaturen genießen können. Doch in den Gaststätten oder Biergärten ist dies weiterhin nicht möglich. Seit fünf Monaten haben die Kneipen geschlossen und kein Ende ist in Sicht.

Werl/Wickede – Einigen Betreibern der Lokale steht das Wasser bis zum Hals. Rino Sottile vom „Dicken Baum“ in Wickede weiß langsam nicht mehr, wie er den Sommer ohne Einnahmen überstehen soll. Wie er berichtet, gehe er an seine privaten Reserven, um die Lokalität aufrechterhalten zu können.

„Lange kann ich das nicht mehr.“ Besonders der Vertrag mit dem Fußball-Bezahlfernseh-Sender „Sky“ mache ihm zu schaffen. Monatlich muss er alleine 700 Euro an den Pay-TV-Sender überweisen. „Ich habe vor der Saison einen Vertrag für ein Jahr abgeschlossen und da komme ich so einfach nicht raus. Wer hätte denn gedacht, dass der Lockdown so lange anhält?“, sagt er.

Kneipen bleiben zu: Erste Betreiber melden Insolvenz an

Christina Seibold von der „Kleinbahn“ meint, dass die Politiker in Berlin ihren Job nicht richtig machen und die Gastronomen unter den Fehlern leiden müssen.

„Bei allen laufen die Kosten weiter und wir haben keine Einnahmen“, sagt Susanne Papke von Dal Paesano. Die Gastronomen denken dabei nicht nur an sich. Wie Jörg Kappes vom Winkel erklärt, leben einige seiner Stammgäste alleine und denen fehle der soziale Kontakt.

Kneipen bleiben zu: Wirten im Kreis Soest steht das Wasser bis zum Hals

Geschlossene Gaststätten wegen Corona: Kneipen bleiben zu - Wirten in Werl und Wickede steht das Wasser bis zum Hals.
Geschlossene Gaststätten wegen Corona: Kneipen bleiben zu - Wirten in Werl und Wickede steht das Wasser bis zum Hals.
Geschlossene Gaststätten wegen Corona: Kneipen bleiben zu - Wirten in Werl und Wickede steht das Wasser bis zum Hals.
Geschlossene Gaststätten wegen Corona: Kneipen bleiben zu - Wirten in Werl und Wickede steht das Wasser bis zum Hals.
Kneipen bleiben zu: Wirten im Kreis Soest steht das Wasser bis zum Hals

So sieht es auch Hildegard Miglietti von der Alten Schmiede. „Wir sind Rentner, mir fehlen die Gäste und die Kontakte“, berichtet sie. Fast alle Gastronomen sind sich einig, dass die Zwangsschließung noch ein paar Wochen anhalten werde.

Die Wirte hoffen zumindest, dass die Außengastronomie bald öffnen darf. „Da muss aber auch das Wetter mitspielen“, so Martina Hegemann von der Kleinen Kneipe. Sie weiß, dass derzeit viele Existenzen bedroht sind. Sie betreibt die Kleine Kneipe im Nebenerwerb, hat drei Angestellte, die seit fünf Monaten in Kurzarbeit sind.

Die Corona-Pandemie hat Wolfgang Stöcker von der Galle in Werl in die private Insolvenz gebracht. Die Kosten für die Galerie liefen weiter und am Ende musste er mit seinem privaten Vermögen dafür aufkommen. So verlor er nicht nur die Gaststätte. „Da sind die finanziellen Hilfen aus Berlin nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagen die Wirte. Inzwischen steht fest, wer die Nachfolge übernimmt.

Rubriklistenbild: © Thomas Nitsche

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