Täter zu hoher Geldstrafe verurteilt

Werler Prügel-Brüder stehen erneut vor Gericht

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Die Prügel-Brüder aus Werl haben wieder zugeschlagen.

Die Werler Halbbrüder haben offenbar großes Talent, sich Ärger einzuhandeln oder selbst für Ärger zu sorgen. Ob Prügelei mit Machete, Massenauflauf am Parkdeck bei Woolworth oder zuletzt eine Prügelei auf der Allerheiligenkirmes in Soest – zumindest einer von beiden war immer dabei.

Werl/Soest - Vor dem Soester Amtsgericht ging es jetzt um eine Prügelei, die sich am 10. November 2018, also während der Allerheiligenkirmes gegen 1.15 Uhr auf der Osthofenstraße in Soest zugetragen hat. Als die beiden Werler, 25 und 30 Jahre alt, auf eine Gruppe von drei türkischstämmigen jungen Männern trafen, sollen die Werler diese „grundlos angepöbelt“ haben, hieß es laut Amtsgerichtsdirektor Thomas Schulze in der Anklageschrift. Beide Brüder, die schon einiges getrunken hatten, sollen ihre Arme zum Hitlergruß ausgestreckt haben, der ältere habe einem 23-jährigen aus Iserlohn zudem mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dabei hat das Opfer Verletzungen am Kiefer und am Ohr erlitten. Beide Werler wurden wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen angeklagt. Der Ältere zudem wegen Körperverletzung.

Bier, Wodka und Jägermeister konsumiert

Der 25-jährige Werler wies die Tat von sich. Er habe viele ausländische Freunde und bestimmt keinen Hitlergruß gezeigt, heißt es im Protokoll zum Prozess. Sein Halbbruder sagte, er habe im Vorfeld Bier, Wodka und Jägermeister getrunken und könne sich nicht mehr an alles erinnern. Er habe aber nichts Rechtsradikales gesagt und niemanden geschlagen.

Doch die Schilderung der drei jungen Männer aus Iserlohn und Hemer, darunter das Opfer, klang ganz anders: Sie hätten sich auf Türkisch unterhalten, da wurde schon „halt die Fresse“ geschrien. Die Angeklagten hätten „Sieg Heil“ gerufen und den Hitlergruß gezeigt. Der Ältere der beiden habe dann zugeschlagen. Noch drei Wochen nach dem Vorfall habe er ein Piepen im Ohr gehabt, berichtete das Opfer.

Opfer mit einer Machete verletzt

Das Verfahren gegen den 25-jährigen Werler wurde eingestellt. Und zwar im Hinblick darauf, dass er ohnehin bald für zwei Jahre und drei Monate hinter Gitter muss. Denn zu dieser Strafe wurde er im April vor dem Landgericht Arnsberg verurteilt, weil er in der Nacht zum 1. September 2018 in Werl an einer schweren Prügelei vor dem Rathaus beteiligt war, bei der ein Mittäter ein Opfer mit einer Machete verletzte. Sein Anwalt Sascha Hesse hatte zunächst Revision eingelegt, diese aber inzwischen wieder zurückgenommen, wie er gegenüber dem Anzeiger ausführte. „Wir wollten unter die Sache einen Schlussstrich ziehen.“

So wird das Urteil nun Rechtskraft erlangen. Ähnlich war es dem 25-Jährigen bereits bei einer Verhandlung im April gegangen. Hier hatte er wegen seiner Beteiligung an der Massenschlägerei am Woolworth-Parkdeck in der Osternacht 2018 vor dem Amtsgericht gestanden. Auch hier wurde das Verfahren mit Blick auf den „Macheten-Prozess“ eingestellt.

Bei der Prügelei in der Osternacht war auch sein Halbbruder mit von der Partie, doch während dieses Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt wurde, wurde er wegen der Kirmes-Prügelei nun zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen á 30 Euro verurteilt. Das Gericht folgte nach Anhörung der Zeugen der Anklage, blieb aber etwas unter der Forderung der Staatsanwaltschaft von die 100 Tagessätzen. Der Anwalt des 30-Jährigen hatte auf Freispruch plädiert.

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