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Werler Kita bei Frankfurter Buchmesse ausgezeichnet

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Nach dem Lesen wird gebastelt, gemalt und geschauspielert: Bücher werden in der Kita aufbereitet. So können die Kinder ihre Eindrücke verarbeiten. © Hinne-Schneider

Das Familienzentrum Werl-Nord ist mit dem Gütesiegel „Buchkindergarten“ auf der Frankfurter Buchmesse ausgezeichnet worden.

Werl - Das Siegel vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und des Deutschen Bibliotheksverband wurde erstmals an Betreuungseinrichtungen verliehen, in denen frühe kindliche Erfahrungen rund ums Erzählen, Reimen und Lesen ein Schwerpunkt des pädagogischen Konzepts sind.

„Lesen lernen die Kinder nicht, aber wir vermitteln die Vorläuferfähigkeiten“, sagt Manuela Wohlgethan, Leiterin der Kita im Kiebitzweg. Gemeinsam mit Verena MacPherson und Katja Düser hat Manuela Wohlgethan das Siegel entgegengenommen. Mehr als 800 Bewerbungen hat es gegeben, nur 208 Siegel wurden verliehen. „Wir sind die einzige Kita im Kreis, die ausgezeichnet wurde“, erklärt Manuela Wohlgethan. Bis 2022 ist das Siegel gültig. Das Familienzentrum aus Werl überzeugte die Jury mit seinem Konzept. Es gibt für jede der vier Gruppen eine eigene Leseecke, mit wechselndem Buch- und Medienangebot. „Die Themen sind vielfältig“, erklärt Verena MacPherson, Fachkraft für das Bundesprogramm Sprach-Kitas. „Wir haben Bücher über Beziehungen und Freundschaft, Bilderbücher, aber auch Fachzeitschriften. Die Bücher zeigen nicht nur eine heile Welt.“ Durch eine Kooperation mit der Werler Stadtbücherei werden der Kita Bücherkisten zu einem Thema zur Verfügung gestellt. Die Bücher werden nicht nur vorgelesen. „Wir machen kreative Angebote, in denen die Kinder ihre Eindrücke verarbeiten können“, sagt Verena MacPherson. Dazu zählen beispielsweise Rollenspiele, in denen die Geschichte aus dem Buch spielerisch aufbereitet wird, und Angebote zum Malen und Basteln.

Interesse und Leidenschaft für Buchstaben und Wörter

An jedem Freitag darf zudem ein Kind aus jeder Gruppe eine sogenannte „Büchertasche“ mit nach Hause nehmen. „Zusammen mit dem Kind suchen wir die Bücher aus – auch passend zur Lebenssituation. Um das Kind auf ein Geschwisterchen vorzubereiten oder einen anstehenden Urlaub“, sagt Verena MacPherson.

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Verena MacPherson (links) und Kita-Leiterin Manuela Wohlgethan haben einen Platz für das neue Siegel gefunden. © Hinne-Schneider

Die Arbeit mit Literatur sei eine wichtige Grundlage in der Kita, um Interesse und Leidenschaft für Buchstaben und Wörter zu wecken. „Das hilft später in der Schule“, sagt Manuela Wohlgethan. Auf der Buchmesse haben die Vertreterinnen aus Werl neue Eindrücke gesammelt. „Bücher werden immer vielfältiger. Es gibt Bilderbücher, die sehr künstlerisch gestaltet waren“, war Verena MacPherson beeindruckt.

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