3000 Quadratmeter im Nord-Osten

Unternehmen entscheidet sich zum Umzug: Von Hemmerde geht es nach Werl

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Die neue Werkshalle von Gökhan Yigit am Grüggelgraben in Werl wird schon bald vergrößert – unter anderem soll ein Anbau für Büroräume erfolgen.

Werl - Er wohnt in Werl, künftig arbeitet er auch in der Wallfahrtsstadt. Gökhan Yigit zieht mit seinem Unternehmen, Fürst Metall- und Anlagenbau, von Hemmerde nach Werl um. Der 33-Jährige hat eine Gewerbefläche in der Straße Am Grüggelgraben samt Halle erworben.

3000 Quadratmeter groß ist die Fläche, die Gökhan Yigit im Werler Nord-Osten gekauft hat. Die dazugehörige Werkshalle mit 500 Quadratmetern soll erweitert werden. Auf der Rückseite soll ein sechs mal 16 Meter großer Anbau entstehen, vorne soll die Halle verlängert werden.

In dem zweigeschossigen Neubau sollen Büro, Aufenthaltsraum, Duschen, ein Lager sowie ein kleiner Showroom Platz finden. „Ende des Jahres soll alles fertig sein“, sagt Gökhan Yigit. Ab dem 1. August soll aber schon die Produktion in Werl beginnen, bis dahin wird weiter in Hemmerde gearbeitet. Der Übergang soll nahtlos erfolgen.

30.000 Ständer für Desinfektionsmittel produziert

Nötig geworden ist der Umzug, weil das Unternehmen wächst. „In Hemmerde waren wir in einem Wohngebiet ansässig, da konnten wir uns nicht mehr vergrößern“, erklärt Yigit. Fürst Metall- und Anlagentechnik stellt Wärmebehandlungsanlagen her – unter anderem für die Automobilindustrie, baut aber auch Geländer und Treppenanlagen aus Edelstahl.

Die Corona-Krise habe das Unternehmen nur bedingt getroffen, in den vergangenen Monaten sei jede Menge Arbeit zu erledigen gewesen. Denn ein Kunde hat bei Yigit Ständer für Desinfektionsmittel bestellt und der Metallbaumeister hat geliefert. 30 000 Ständer haben seine Mitarbeiter gefertigt.

Das Traditionsunternehmen gibt es seit 1855.

Gökhan Yigit, der sich in Werl sportlich engagiert und vor einigen Jahren an der Gründung des Vereins Fatihspor Werl maßgeblich mitwirkte, hat in seinem Unternehmen eine steile Karriere hingelegt. Nach seinem Fachabitur begann Yigit eine Ausbildung bei Fürst, arbeitete schließlich als Geselle und machte seinen Meister in dem gleichen Unternehmen. Vor acht Jahren schied Handwerksmeister Karl-Heinz Fürst aus dem Berufsleben aus und übergab die Firma an den damals erst 25-Jährigen. Aus der Werkshalle ging es für Gökhan Yigit hinter den Schreibtisch und zunächst musste er auch Lehrgeld bezahlen, jetzt floriert das Geschäft und er will sich vergrößern.

Yigit beklagt fehlende Unterstützung

Mit acht Mitarbeitern ist er in Hemmerde gestartet, mittlerweile beschäftigt er 13 Angestellte, darunter Metallbauer, Dreher, Schweißer und Bürokaufleute. Drei Auszubildende bildet Fürst aus. „Wir versuchen, jedes Jahr einen Lehrling hinzuzugewinnen“, sagt Gökhan Yigit.

Dass Fürst ein Traditionsunternehmen ist – seit 1855 - lernte Gökhan Yigit noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen. „Wir räumen zur Zeit das Lager in Hemmerde aus, haben noch sechs Tonnen alte Schrauben gefunden und eine alte Öldose mit einem Hakenkreuz aus dem Zweiten Weltkrieg.“

Von der Stadt Werl hätte sich der Jungunternehmer mehr Unterstützung gewünscht. In Unna, so Yigit, hätte es bei einem Neubau Zuschüsse gegeben – in Werl nicht. Trotzdem ist Yigit froh, dass er an seinem Wohnort arbeiten kann, obwohl der neue Arbeitsweg einmal quer durch die Stadt führt und damit genauso lange dauert wie die Fahrt nach Hemmerde.

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