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„Unglaublich“: Kleeblatt-Tour führt über Wege, die nicht genutzt werden dürfen

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Von: Gerald Bus

Der Weg auf der Kleeblatt-Route am Holtumer Weg in Hilbeck zwischen Einmündung Grachtweg und Einmündung Schöntalweg kann wegen der Beschilderung „Sperrung für Fahrzeuge aller Art“ nicht befahren werden.
Der Weg auf der Kleeblatt-Route am Holtumer Weg in Hilbeck zwischen Einmündung Grachtweg und Einmündung Schöntalweg kann wegen der Beschilderung „Sperrung für Fahrzeuge aller Art“ nicht befahren werden. © Uta Müller

Es ging um die „Kleeblatt-Tour“, Fahrradrouten rund um Werl. Aber ein Radfahrer hatte weder das Glück, das die vier Blätter des Kleeblatts eigentlich versprechen, noch kann er die Tour-Führung über den grünen Klee loben.

Werl/Hilbeck – Vielmehr machte Ratsherr Karl-Wilhelm Westervoß im Rat eine Geschichte öffentlich, die unglaublich klinge: „Es gibt Streckenabschnitte auf der Kleeblatt-Tour, die gar nicht nutzbar sind“, merkte der Hilbecker Ortsvorsteher an. Denn ein Radfahrer habe auf einer Tour der Kleeblatt-Route jüngst ein Ordnungsgeld von der Polizei kassiert: 15 Euro.

Begründung laut Westervoß: Der vom Radfahrer genutzte Wirtschaftsweg dürfe von Zweirädern nicht befahren werden, wenn es nicht eigens den Zusatz „Fahrräder frei“ gibt.

Kleeblatt-Tour in Werl: Skurrile Situationen

Ein solcher Weg dürfe ausschließlich von der Landwirtschaft genutzt werden. So komme es zu den skurrilen Situationen, dass ein Kleeblatt-Abschnitt bei Hilbeck erst nutzbar ist, dann eine Zeit lang nicht – und später dann wieder. „Das hat mich nicht nur überrascht, es ist auch neu für mich“, sagte Westervoß,

Vor allem aber müsse eine Lösung des Problems her. „Denn das sind Umstände, die wir nicht gutheißen können“, sagte der CDU-Ortsvorsteher. Die Stadt solle in der Frage Kontakt zur Polizei aufnehmen. Womöglich müsse man die Wege mit mehr Schildern versehen. Auf jeden Fall solle Werl im Zuge der Erstellung eines Fahrradkonzepts darauf achten, dass Wege auch tatsächlich genutzt werden dürfen.

Kritik an Gefährdungspunkt

Im Zusammenhang mit verkehrlichen Fragen in Werl ging Henning Cloer (CDU) auch mit dem Besitzer des ehemaligen Möbelhauses Fredrich&Neuschäfer ins Gericht. Der Gefährdungspunkt durch das seit Monaten auf die Straße reichende Baugerüst müsse endlich entfernt werden. Der CDU-Ratsherr wurde deutlich: „Es kann doch nicht sein, dass ganz Werl unter einem Einzelnen leidet, der noch Geld dafür bekommt, dass er das Gebäude verfallen lässt.“

„Das überrascht mich“, räumte Bürgermeister Torben Höbrink ein. Denn von der Vorschrift habe er bislang auch nichts gewusst. „Ich bin auch schon dort gefahren, wo nicht explizit das Schild ‘Fahrräder frei’ gestanden hat.“ Die Verwaltung will der Angelegenheit nun nachgehen.

Das finde er grundsätzlich gut, ergänzte Henning Cloer (CDU). „Wir müssen nur verhindern, dass ein Schilderwald entsteht.“ Womöglich würden Aufkleber Abhilfe schaffen können oder Ergänzungen, wenn sowieso ein turnusmäßiger Austausch von Schildern ansteht, schlug der Ortslandwirt vor.

Lesen Sie auch: Die Schilder der Kleeblatt-Tour sind vor mehr als zehn Jahren erneuert.

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