Landgericht Arnsberg

Trio auf gezielter Suche nach Opfern - jetzt stehen die Männer vor Gericht

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Drei Männer aus Werl, Ense und Soest stehen wegen "gemeinschaftlich versuchten Raubes vor Gericht. 

Ihr einziges Ziel war Krawall und Gewalt. Und sie machten sich vor einem Jahr auf den nächtlichen Weg, um willkürlich Opfer zu finden. Zumindest geht die Anklage davon aus.

Werl - Nun sollen sich drei Angeklagte aus Werl, Soest und Ense vor Gericht dafür verantworten, dass sie aus offenbar purer Lust an Gewalt in Werl und Westönnen Menschen angriffen. Dem Trio wird unter anderem ein „gemeinschaftlich versuchter Raub“ vorgeworfen. Die Angeklagten sind 19, 20 und 22 Jahre alt. Die beiden Männer aus Ense und Soest gelten noch als Heranwachsende; daher ist ein unterschiedliches Strafmaß zu erwarten, sollten sie verurteilt werden. Die Angeklagten sollen in der Nacht zum 7. Oktober des Vorjahres zwischen Ense und Werl herumgefahren sein, „um eine Gelegenheit zu finden, andere Personen zu berauben oder sie zu schlagen“, so heißt es in der Prozessankündigung. Das Vorhaben setzten sie auch in die Tat(en) um. So sollen die Männer gegen 3.30 Uhr in Westönnen auf Zeugen gestoßen sein, die sie in eine Auseinandersetzung verwickelten. „Sie sollen die Zeugen mehrfach zur Herausgabe ihrer Ausweise und Portemonnaies aufgefordert haben“, so der Vorwurf. Die Zeugen seien mit einer Schreckschusspistole und einem Einhandmesser bedroht worden.

Zeuge erlitt Kieferbruch

Dabei blieb es aber nicht. Vielmehr hätten die Männer ihre Opfer auch attackiert. Bei den körperlichen Übergriffen habe einer der Zeugen einen splitternden Kieferbruch erlitten. Wertgegenstände oder Ausweise hätten die Zeugen aber nicht herausgegeben.

Gegen zwei der Angeklagten richten sich weitere Vorwürfe. So sollen die beiden jüngeren Männer aus Ense und Soest gegen 4 Uhr in der selben Nacht in der Werler Fußgängerzone auf einen weiteren Zeugen gestoßen sein. „Sie sollen versucht haben, den Zeugen am Arm zu ergreifen und in abgelegenere Straßenbereiche zu drängen“, so heißt es in der Prozessankündigung. 

Ein Angeklagter habe den Zeugen getreten. Das Opfer sei zur Herausgabe seines Handys und Portemonnaies aufgefordert worden, „wobei ihm angedroht worden sein soll, ihn ‘fertig’ zu machen.“ Dem Bedrohten sei es zwar zunächst gelungen, wegzulaufen. Die Angeklagten sollen ihn jedoch eingeholt und ihn geschlagen und getreten haben. Letztlich seien andere Zeugen dem Mann zu Hilfe gekommen. Gegen den Werler richten sich bei dieser Folgetat keine Vorwürfe, teilt das Gericht mit.

Prozessauftakt ist geplatzt

Den drei Männern wird vor der 6. Großen Strafkammer des Landgerichts Arnsberg der Prozess gemacht. Wann, das ist noch unklar. Der für den kommenden Donnerstag, 10. Oktober, angestrebte Prozessauftakt ist gestern wegen Überlastung der Kammer geplatzt; ein neuer Termin ist noch nicht gefunden. Auch der vorgesehene Fortsetzungstermin am 30. Oktober ist hinfällig.

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