Nach Tedi-Aus

Stadt hat Idee für Leerstand am Marktplatz

Das Tedi-Schild ist inzwischen abgenommen, das Geschäft ausgeräumt. Die Stadt würde gerne mit der Stadtinfo und dem Innenstadtbüro fürs Stadtentwicklungskonzept zum Markt ziehen. Doch die Idee lässt sich nur mit Fördermitteln umsetzen.
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Das Tedi-Schild ist inzwischen abgenommen, das Geschäft ausgeräumt. Die Stadt würde gerne mit der Stadtinfo und dem Innenstadtbüro fürs Stadtentwicklungskonzept zum Markt ziehen. Doch die Idee lässt sich nur mit Fördermitteln umsetzen.

Das Büro der Stadtinformation führt im wahrsten Sinne des Wortes ein „Nischendasein“ zwischen Hirsch-Apotheke und der Gaststätte Diers. Doch bei der Stadt gibt es Pläne, dies zu ändern. Das bestätigte jetzt Bürgermeister Torben Höbrink auf Anfrage. Es gibt auch schon eine konkrete Idee für einen neuen, größeren Standort. Ohne Fördermittel lasse sich das Projekt aber nicht umsetzen.

Werl - Die Stadt hat das gerade leer gezogene Tedi-Ladenlokal am Markt in den Blick genommen. Auf 400 Quadratmetern böte sich dort jede Menge Platz, Werbung für touristische Angebote in Werl und der Region zu machen. Die große Schaufensterfront ermögliche zudem einen repräsentativeren und zeitgemäßeren Auftritt, so Höbrink.

Ein Ergebnis der jüngst vorgestellten „Potenzialanalyse der Fußgängerzone“ war: Der Marktplatz sollte das „Eingangstor“ zur Stadt sein, der erste Anlaufpunkt. „Wenn wir sagen, wir wollen Tourismus und Regionalmarketing stärken, dann ergibt der neue Standort Sinn“, sagt Höbrink. Zumal sich direkt gegenüber das Pilgerbüro als weitere zentrale Anlaufstelle für Besucher von außerhalb befinde. Ob mit oder ohne Asisi-Panorama – die Stadt möchte künftig mehr Gäste nach Werl locken.

„Wir wollen mehr Frequenz in der Stadtinfo“, sagt Höbrink. Davon profitiere nicht nur Werl, sondern auch die Region. Schließlich nütze es Werl nichts, nur im eigenen Saft zu schmoren. „Warum sollte Werl nicht Ausgangsort für eine E-Bike-Tour auf dem Ruhrtalradweg sein?“, fragt der Bürgermeister. Und wer nach Werl kommt, besuche im Zweifel auch Soest und den Möhnesee oder mache einen Abstecher ins Ruhrgebiet.

Mehr als „nur“ eine Touristeninformation

Der neue Standort ist der Idee nach aber weit mehr als „nur“ eine Touristeninformation. So könnte dort zum Beispiel das Innenstadtbüro einziehen. Dort sollen Beratungen für das Haus- und Hofflächenprogramm des Stadtentwicklungskonzeptes angeboten werden. Auch Arbeitsplätze der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung könnten am Markt geschaffen werden. Das Konzept sieht Schließfächer und bewachte Stellplätze für E-Bikes vor. Diese könnten per personalisiertem Zugangscode auch außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich sein, erläutert Höbrink die Gedankenspiele.

Mit dem Vermieter stehe man in guten Gesprächen, sagt das Stadtoberhaupt. Wenn ein Leerstand an so zentraler Stelle verschwinde, sei das ein weiterer Pluspunkt. Man habe aber auch deutlich gemacht, dass die Stadt einer gewerblichen Entwicklung nicht im Wege stünde. Bei Bedarf würde die Stadt zurückziehen.

Ohnehin ist noch unsicher, ob aus der Idee Realität werden kann. Die Stadt hofft auf Fördermittel aus dem Leader-Programm. Die Idee wurde bereits vorgestellt, die Antragstellung soll im September erfolgen.

Aus nach 15 Jahren

15 Jahre lang bot Tedi am Markt Dekoartikel, Spielzeug, Schreibwaren und Co. an. Im März bestätigte das Unternehmen das Aus für den Standort. Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Discounter dafür an andere Stelle wächst. Am Neuen Markt nimmt Tedi das Erdgeschoss des bereits seit längerem leer stehenden Modehauses Jantz hinzu. Tedi vergrößert seine Verkaufsfläche somit um 130 auf dann rund 900 Quadratmeter. Der nun aufgegebene Markt hatte rund 400 Quadratmeter. Ein weiterer Tedi-Markt in Werl befindet sich in der Wulf-Hefe-Galerie neben der Kaufland-Filiale.

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