Vier Millionen Euro mehr

Rathaus prüft Kostenexplosion an Werler Schule

Nach der Kostensteigerung in Höhe von vier Millionen Euro für die Walburgisschule hat der Rat das Rechnungsprüfungsamt eingeschaltet. Nur die BG stimmte gegen den von der SPD angestoßenen Auftrag, weil sie „keinen Sinn“ (Siegbert May) darin sah.

Werl - Die SPD will wissen, „wie es zu der Kostensteigerung von 12,2 auf 16 Millionen Euro gekommen ist“. In Vorbereitung eines so teuren Vorhabens müsse es üblich sein, dass schon zu Beginn verlässliche Schadstoff-Gutachten sowie Aussagen zu Leitungen, Regenrückhaltung und Kampfmitteln vorliegen. All das, so erläuterte Jürgen Stache (SPD) im Rat, sei kein Zeichen des Misstrauens gegen die Verwaltung. Aber man wolle wissen, ob der Ablauf richtig gewesen sei und ob man das für die Zukunft nicht anders machen müsse, „damit sich nicht wieder so ein Hickhack entwickelt“ – zumal weitere Kosten drohen durch Verkehrsanpassungen für womöglich eine Million Euro oder mögliche Schadstoffe in der Paul-Gerhardt-Schule, die zum Übergang genutzt werden soll, wenn die Walburgisschule saniert wird. „Nachfragen dürfen wir doch“, sagte Stache.

Klar dürfe man das, entgegnete Klaus Eifler (CDU). Nur werde das nichts bringen und das Problem nicht lösen. „Inhaltlich kommt da nichts raus.“ Das Prüfungsamt werde feststellen, dass alles in Ordnung war. Und auch die CDU sei überzeugt, „dass die Verwaltung alles richtig gemacht hat“. Das Problem liege ganz woanders, nämlich an den Abläufen der Leistungsphasen und den Vorgaben der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Die Kostensteigerung sei der CDU schon vorher bewusst gewesen. Nun aber die Kosten zu deckeln, werde nicht gehen. Man könne nicht anfangen und aufhören, wenn das Geld verbaut ist. Es gebe nur eine Lösung: dass die Verwaltung die Leistungsphasen 1 bis 3 selber berechnet und dafür jemanden einstellt

Kostenschätzung künftig in der Vorphase

Bürgermeister Michael Grossmann kündigte an, dass man künftig stärker in die Vorplanungen einsteigen werde. Da sei „grundsätzlich“ etwas zu ändern, um schon in der Vorphase solide Kostenschätzungen zu haben. Man werde schon im Vorfeld alle Beteiligten stärker einbinden und mehr Geld für die Planung zur Verfügung stellen. Auch soll es eine zusätzliche Kraft im Planungsamt geben.

Matthias Fischer erkannte ein „Gefühl von Kontrollverlust“ bei der Kostenexplosion. Es sei gut, dass die SPD das aufgreife. Und die Frage, „ob es mit 16 Millionen Euro überhaupt getan ist“, sei berechtigt. Er plädierte für einen Stop der Planungen. „16 Millionen Euro sind zu viel.“ Es könne nicht sein, dass eine Schulsanierung so viel koste „wie eine ganze Neubausiedlung“. Man müsse darauf achten, dass Schulen erst gar nicht so vergammeln.

"Falsche Prozesse"

Uwe Jansen (Grüne) sah „falsche Prozesse“ bei städtischen Planungen, die die Kosten derart ansteigen lasse. Wenn ein Privatmann baue, passiere so etwas nicht. Klaus Eifler rüffelte das: Der Vergleich mit privatem Bauen passe nicht, da sei nur ein Architekt beauftragt. Bei einer Schule gebe es viele Fachplaner. Wer das vergleiche, verfehle das Thema. Die Walburgisschule soll im kommenden Jahr um- und ausgebaut werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare