Ehre für "Mister-Preußen" bleibt aus

Preußen Werl lehnt Namensänderung in "Wolfgang-Asheuer-Stadion" ab 

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Der Preußen-Platz im Sportpark soll nicht „Wolfgang-Asheuer-Stadion“ heißen, ein Platz auf der Grünfläche daneben aber den Namen des Preußen-Urgesteins erhalten.

Überraschende Absage: Die Sportanlage von Preußen Werl wird nicht in „Wolfgang-Asheuer-Stadion“ umbenannt. Das bestätigte Bürgermeister Michael Grossmann. Die Preußen teilen mit, zumindest ein Spielfeld für die Jugend nach dem jüngst verstorbenen „Mister Preußen“ benennen zu wollen.

Werl - Die Preußen, eine Abteilung des Werler TV, haben sich demnach gegen eine Namensänderung ausgesprochen. „Wir wollen keine dauerhafte Umbenennung des Stadions“, sagt Preußen-Abteilungsleiter Patrick Timm. Timm erklärt, dass die Entscheidung in einer Vorstandssitzung getroffen wurde. „Falls sich in Zukunft ein Sponsor findet, der auch die Namensrechte am Stadion übernehmen möchte, haben wir uns diesen Weg nicht verbaut“, sagt Timm.

Grossmann, der die Idee eines Bürgers zunächst als „sehr sympathisch“ bezeichnet hatte, akzeptiert die Entscheidung. Die Umbenennung hätte ausschließlich das Preußen-Gelände betroffen, nicht den Höppe-Kunstrasen am Wolfspark, der ebenfalls im städtischem Besitz ist und von der Fußballabteilung genutzt wird. Der Preußen-Park ist von der Stadt gepachtet und wird dem Verein zur Verfügung gestellt. Dementsprechend hätte die Stadt für eine Umbenennung nicht die Zustimmung des Vereins gebraucht. „Wir haben aber kein Monopol auf die Umbenennung der Sportstätten“, gibt sich Grossmann diplomatisch.

Neuer Jugendplatz

Statt eines „Wolfgang-Asheuer-Stadions“ soll im Sportpark aber ein „Wolfgang-Asheuer-Platz“ entstehen. „Bis zum Ende der Saison wollen wir ein Jugendspielfeld herrichten“, sagt Patrick Timm.

Dafür soll die Fläche hinter dem Vereinsheim aufgewertet werden. Die Arbeiten können aber erst beginnen, wenn nach dem Bundesnaturschutzgesetz wieder Hecken und Gebüsche geschnitten werden dürfen – das ist im Oktober der Fall. „Wolfgang Asheuer hätte das gefallen“, ist Timm sich sicher, dass „Mister-Preußen“ Wolfgang Asheuer die Idee befürwortet hätte. Der Untergrund auf dem neuen Jugendspielfeld soll dann weiter aus Naturrasen bestehen.

TV-Chef überrascht

Überrascht von der Entscheidung zeigte sich Michael Kuge, der Gesamtvorsitzende des Werler TV. Er persönlich hätte „keine Bedenken“ gegen eine Umbenennung des Stadions zu Ehren Asheuers gehabt; allerdings hätte man das zuvor mit den Erben besprechen müssen; das habe er der Abteilung im Vorfeld auch gesagt. Natürlich dürfe und solle nun nicht der Eindruck entstehen, dass das ehrende Gedenken an das Preußen-Urgestein hinter wirtschaftlichen Interessen wie einem Sponsoring zurückstehen müsse. Michael Kuge hätte auch kein Problem darin gesehen, den Platz zunächst umzubenennen und im Falle eines späteren Sponsorings neu zu überlegen. „Das eine muss das andere ja nicht ausschließen“, sagte der Chef des Werler TV gestern auf Anfrage. Zumindest aber finde das ehrende Gedenken an Asheuer ja Berücksichtigung, wenn der Jugendplatz nach ihm benannt werde. Wolfgang Asheuer war am 4. März, im Alter von 72 Jahren, gestorben.

Ahnen-Tafel

Im Gespräch mit Bürgermeister Grossmann hat der Preußen-Vorstand zusätzlich zur Erinnerung an verdiente Vereinsmitglieder eine Ahnen-Tafel ins Spiel gebracht. „Dort sollen Vita und Foto zu sehen sein. Das halte ich für eine charmante Idee“, sagt Michael Grossmann.

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