Osterfeuer: Schon „Kohle“ vor dem Abbrennen

Statt Brauchtum steht hinter den Osterfeuern nicht selten „die schlichte Entsorgung von Abfällen aus der Garten- und Gehölzpflege“, so die Verwaltung. Das will man in Werl eindämmen.

WERL ▪ Am Ende steht Kohle. Bei den Osterfeuern sowieso. Nun aber auch bald für die Stadt. Denn künftig soll das Abbrennen von Osterfeuern in Werl gebührenpflichtig sein. 50 Euro sind dann von Veranstaltern solcher „Brauchtumsfeuer“ zu zahlen.

Darüber soll der Hauptausschuss in seiner Sitzung am kommenden Dienstag, 31. Januar, (Rathaus, 18 Uhr) befinden.

Dass die finanziell „abgebrannte“ Stadt durch die Gebühr mit Einnahmen von rund 1 000 Euro im Jahr rechnen kann, ist nur die eine Seite der Medaille. Vor allem, so heißt es in der Vorlage, seien die Osterfeuer mittlerweile oftmals zweckentfremdet worden. Statt Brauchtum stehe hinter den Feuern nicht selten „die schlichte Entsorgung von Abfällen aus der Garten- und Gehölzpflege“. Ein „Miss-Brauchtum“ sozusagen. Daher sollen Feuer nicht mehr nur angezeigt werden, sondern bedürfen künftig der Erlaubnis.

Zwar hat die Verwaltung durch eine „Ordnungsbehördliche Verordnung über die Brauchtumsfeuer“ schon 2005 regelnd eingegriffen in die ausufernde Zahl der Feuer. Die Anzeigepflicht der Feuer habe aber nicht in dem Umfang gegriffen wie erhofft – auch wenn die Zahl auf rund 60 halbiert werden konnte. Es habe dennoch manch „unerwünschtes Feuer“ gegeben, weil Abstände falsch angegeben, Feuer falsch als „Brauchtum deklariert“ oder erst an Karfreitag angemeldet wurden. Bei einigen Feuern wurde so früh mit dem Aufschichten begonnen, dass sie so groß wurden, dass eine Umschichtung zum Tierschutz nicht mehr möglich war. Darüber hinaus hat es laut Verwaltung wegen der Größe in einigen Fällen „Brandschäden im näheren Umfeld“ gegeben.

Bislang fehlte eine Anmeldefrist für die Feuer. Die Meldungen auf den letzten Drücker seien aber nicht ausreichend zu überprüfen gewesen. Und ohnehin entstehe durch jene Anmeldung, Überprüfung und mögliche Ortstermine Arbeitsaufwand, der bislang nicht vergolten worden ist. Denn eine Gebühr gab es bislang nicht. Dies und die Tatsache einer nötigen Nachregulierung veranlasst die Verwaltung, die Politik erneut mit dem Thema zu beschäftigen und eine Neufassung jener „Ordnungsbehördlichen Verordnung über die Brauchtumsfeuer“ auf den Weg zu bringen.

Die 50-Euro-Gebühr soll „das Bewusstsein der Interessenten für die negativen Auswirkungen eines unkritischen Umgangs mit dem eigentlichen Brauchtumsfeuer“ schärfen. Und zugleich motivieren, „Feuer, die den Vorgaben nach Standort oder Beweggrund nicht entsprechen, zu unterlassen.“ ▪ bus

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