Obst am Wegesrand

Pflücken am Straßenrand: Was ist erlaubt, was nicht?

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Die Apfelbäume an der Wickeder Straße tragen derzeit jede Menge Früchte, die gepflückt werden können. Doch an der Straße, die von Werl nach Wickede führt, ist Vorsicht geboten. Denn Straßensicherheit ist beim Pflücken oberstes Gebot.

Äpfel, Birnen und Pflaumen – Obstbäume gibt es im gesamten Kreisgebiet. Und die tragen mittlerweile Früchte. „Im letzten Jahr sind unzählige Äpfel vergammelt“, schreibt Thorsten Platte an die Anzeiger-Redaktion. Er selber habe viele Äpfel für seine Pferde gesammelt.

Grundsätzlich ist das Ernten an öffentlichen Obstbäumen für den persönlichen Bedarf erlaubt. „Es gibt keine Regelung zum Obstpflücken an sich, es wird an städtischen Bäumen eher geduldet“, sagt Andreas Pradel von der Stadt Werl. Auch der Kreis Soest erlaubt das Pflücken entlang der 500 Kilometer langen Kreisstraßen, an denen sich rund 4000 Obstbäume reihen.

Schutz der Bäume ist sehr wichtig

„Es ist schön, dass sich wieder Menschen für die heimische Obstnutzung interessieren. Vitamine gibt es nicht nur im Discounter, sondern auch direkt vor der Haustür und das auch noch klimaneutral“, freut sich Andreas Pradel, der gleichzeitig auch auf den Schutz der Bäume hinweist.

Es sei vorgekommen, dass an den Ästen gezogen oder sogar in die Bäume geklettert wurde. Dabei sei es zu Astbrüchen gekommen. „Das darf auf keinen Fall sein. Leiter und Pflückhilfen sind schon Voraussetzung“, sagt Pradel. Denn bei Schäden können auf die Verursacher kosten zukommen – wegen Sachbeschädigung.

Das heruntergefallene Obst landet häufig auch auf der Straße.


Auch der Artenschutz spielt für Andreas Pradel eine Rolle. „Obstbäume sind Nahrungsgrundlage für Vögel, Kleinsäuger und Insekten. Ferner sind sie auch Aufenthaltsort und Nistplatz, insbesondere alte Obstbäume mit Höhlen und Totholzanteilen.“

Beim Pflücken an Straßen ist Verkehrssicherheit das oberste Gebot. Doch es gibt schwarze Schafe, „wenn man sieht, wie da manche vorgehen, ohne jegliche Absicherung für sich selbst oder den fließenden Verkehr“, ärgert sich Pradel.

Rutschige Fahrbahnen durch Laub und Obst

Werden die Früchte nicht gepflückt, fallen sie irgendwann vom Baum. Besonders am Ende der Erntezeit kann es auf den Straßen gefährlich werden, warnt der Kreis Soest. Natürlich mache nicht nur herabfallendes Obst, sondern auch Laub die Fahrbahnen bei Nässe glitschig und damit unsicher. Egal ob Laub oder Obst, eine Rutschgefahr bestehe naturgemäß für Zweiräder. Die Gefahr gibt es in jedem Jahr wieder, da ist Eigenverantwortung gefragt, mahnt Andreas Pradel an. Deswegen sei das Fahrverhalten an Straßen mit Bäumen entsprechend anzupassen.

Hier ist das Pflücken in Werl verboten: 

„Es gibt Obstbäume, von denen nicht geerntet werden darf, weil sie dauerhaft an private Nutzer vergeben sind, die ganzjährig eigenständig die Bäume pflegen und erhalten und sogar Neupflanzungen durchführen“, erklärt Andreas Pradel von der Stadt Werl. Die Nutzer dürfen die Früchte ernten. Die verbotenen Obstbäume sind einfach auszumachen, sagt Andreas Pradel, denn auf allen flächenhaften Obstwiesen darf nicht gepflückt werden. Diese befinden sich in Werl im Großen Bruch, nördlich der Bahnlinie in Mawicke, am Rundeilsweg, nördlich der Bahnlinie in Westönnen, am südlichen Ende des Westdahler Wegs in Westönnen und beidseitig des Hanserings zwischen Mailoh und Sönnern.

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