Feuerwehreinsatz in der Sicherungsverwahrung

Pommes zum Frühstück: JVA-Insasse setzt Küchenzeile in Brand

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Die Werler Feuerwehr rückte am Dienstagmorgen zu einem Einsatz in der JVA aus. Das Bild entstand bei der Großübung im Jahr 2018.

[Update: 15.44 Uhr] Werl – Wegen vergessenem Essen auf dem Herd rückt die Werler Feuerwehr durchaus häufiger aus. Doch die Umstände des Einsatzes am Dienstagmorgen waren besonders. Denn derjenige, der sein Essen vergessen hatte, ist Sicherungsverwahrter und die Küchenzeile steht in einem Zimmer der JVA. Auch seine Frühstücksgewohnheiten erscheinen etwas ungewöhnlich.

Um 7.32 Uhr löste die Brandmeldeanlage der JVA aus, weniger Minuten später war klar: Es gibt tatsächlich ein Feuer. Die Alarmstufe sei deshalb schnell erhöht worden, erläuterte Feuerwehrchef Karsten Korte auf Anfrage. 

Weil es sich bei einem Gefängnis um ein Sonderobjekt mit einer großen Zahl möglicher Betroffener handelt, sei zusätzlich für einen „Massenanfall von Verletzten“ alarmiert worden. Zusätzlich zu den drei Löschzügen der Werler Wehr rückten deshalb Notarzt und sechs Rettungswagen zur JVA aus. Zahlreiche weitere Rettungskräfte fuhren zu einem Bereitstellungsraum. 

Regelmäßiges Üben zahlt sich aus

Auch wenn die JVA kein alltäglicher Einsatzort ist: Ein mulmiges Gefühl habe man nicht, wenn man durch die Schleuse aufs Gelände fahre, sagte Korte. „Wir arbeiten das im Prinzip ab wie jeden anderen Einsatz auch.“ Dank regelmäßiger Begehungen und Übungen, die letzte Großübung fand im November 2018 statt, und ständigem Kontakt zum Brandschutzbeauftragten funktioniere das alles reibungslos. „Da muss ich wirklich ein großes Lob aussprechen, die JVA-Bediensteten haben sich vorbildlich verhalten, uns umfassend informiert und schnell zum Einsatzort gebracht.“ 

Wie alle Besucher muss auch die Feuerwehr durch die Schleuse am JVA-Haupteingang.  Schließlich muss die JVA auch bei einem Feuerwehreinsatz die Sicherheit gewährleisten, verhindern, dass Unbefugte das Gelände betreten und vor allem, dass blinde Passagiere, die JVA mit einem Feuerwehrwagen wieder verlassen. 

Schließlich muss die JVA auch bei einem Feuerwehreinsatz die Sicherheit gewährleisten, verhindern, dass Unbefugte das Gelände betreten und vor allem, dass blinde Passagiere, die JVA mit einem Feuerwehrwagen wieder verlassen. 

Rasch wurde klar: Die Auswirkungen des Brandes halten sich in Grenzen. Laut JVA-Sprecherin Verona Voigt gab der Sicherungsverwahrte an, dass er sich zum Frühstück Pommes machen wollte. Er habe deshalb in seinem Zimmer Öl auf dem Herd seiner Küchenzeile erhitzt. Danach habe er das Zimmer verlassen und das Öl bei einem Gespräch mit einem anderen Insassen vergessen. Es sei zu einer erheblichen Rauchentwicklung gekommen, so Voigt. 

Bedienstete der JVA löschen Brand

Noch bevor die Feuerwehr eintraf, hätten Bedienstete das Feuer mit Feuerlöschern gelöscht. Die dem Rauch ausgesetzten 13 Bediensteten seien unverzüglich dem Durchgangsarzt im Mariannen-Hospital vorgestellt worden, erläuterte Voigt. Alle Bediensteten seien noch am Dienstag wieder dienstfähig in die Anstalt zurückgekehrt. 

Der Trakt musste für den Einsatz nicht geräumt werden, Insassen kamen nicht zu Schaden. Weitere Ermittlungen liefen, so Voigt. 

Die Feuerwehr rückte unter Atemschutz vor und kontrollierte das Zimmer mit der Wärmebildkamera. Außerdem wurden Zimmer und der gesamte Trakt mit Elektrolüftern vom Rauch befreit.

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