Nachfolgerin für Jörg-Uwe Schäfer

JVA Werl hat neue stellvertretende Leiterin

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Miriam Scheltow ist neue stellvertretende Leiterin der Werler JVA.

Miriam Scheltow ist seit 1. April neue stellvertretende Leiterin der Werler Justizvollzugsanstalt.

Werl - Die 36-Jährige folgte auf Jörg-Uwe Schäfer, der seit Mitte Februar neuer Leiter der JVA Hagen ist. Ihre Justiz-Karriere begann Scheltow allerdings nicht im Vollzug, sondern als Staatsanwältin.

Acht Monate lang arbeitete Scheltow bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld, bevor sie im Juni 2013 in die JVA Bielefeld-Brackwede wechselte. Scheltow stammt aus Hamburg. Nach dem Jura-Studium in Kiel habe sie sich für beide Bereiche beworben, und die Staatsanwaltschaft habe sich zuerst zurückgemeldet. „Dann habe ich aber relativ schnell festgestellt, dass das reine Schreibtischtätertum doch nicht so meins ist.“

JVA in Werl: Ein Job - eine Berufung

Ein Besuch in der JVA Iserlohn bestärkte sie in ihrer Entscheidung, die sie bis heute nicht bereut habe. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit, der Kontakt zu Bediensteten und Gefangenen – das sei es, was den Job in der JVA für sie so attraktiv mache. Beinahe hätte es Scheltow bereits vor sechs Jahren nach Werl verschlagen, doch wegen personeller Engpässe blieb sie in Bielefeld.

Im August 2014 wechselte sie dann als Abteilungsleiterin in die JVA Bochum. Anstaltsleiter dort war damals Thomas König, dem sie nun wiederum nach Werl folgte. König sei auch ein Grund dafür gewesen, dass sie sich den Wechsel nach Werl gut habe vorstellen können. „Er ist ein sehr erfahrener Anstaltsleiter, der mir viel mit auf den Weg geben kann.“ Schließlich möchte Scheltow später selbst mal eine JVA leiten. Die Aufgabe in Werl habe sie gereizt, weil es sich um eine „sehr imposante und besondere Anstalt handelt, die signifikante Bedeutung für den Strafvollzug in NRW und ganz Deutschland hat“, sagt Scheltow.

JVA in Werl: Guter Ruf der Anstalt

Die JVA genieße in Juristenkreisen einen guten Ruf. Und sie habe auch das Buch „Wegsperren!?“ des früheren Anstaltsleiters Michael Skirl über die Sicherungsverwahrung gelesen. Vor der Arbeit in diesem Bereich habe sie Respekt. Das sei für sie ein noch fremdes, aber sehr spannendes Gebiet mit der Gemengelange zwischen Gefährlichkeit und Behandlung und dem Abstandsgebot zur normalen Haft. Als stellvertretende Leiterin wird Scheltow künftig unter anderem an Einstellungsverfahren beteiligt sein und regelmäßig Kontakt mit dem Ministerium halten. Außerdem wird sie als Abteilungsleiterin eine Wohngruppe führen.

Organisieren und Gestalten sei etwas, das ihr gefalle, so Scheltow. Auf Anstoß von König will sich die Mutter von zwei kleinen Kindern unter anderem der Optimierung des Besuchsbereichs für Familien widmen. Im Vordergrund steht zunächst aber das Kennenlernen der Anstalt. Denn noch, so gibt Scheltow zu, verlaufe sie sich regelmäßig in den langen Gängen.

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