Ursulinenschwestern 

Nach 100 Jahren die Erste, die nicht auf dem Klosterfriedhof beigesetzt wird

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Fast überwuchert auf dem Klosterfriedhof: Oberin Sr. Hildegard vor der Gedenktafel für die Mitschwestern, die bereits auf dem Parkfriedhof beigesetzt sind.

Schwester Lioba ist nach gut 100 Jahren die erste Ursulinenschwester, die jetzt wieder auf dem Werler Parkfriedhof ihre letzte Ruhe gefunden hat. „Wir gehen dorthin zurück, wo wir mal waren.“ So formuliert es Sr. Hildegard Löher, Oberin des Ursulinenklosters.

Die Ordensgemeinschaft hat diesen Beschluss einstimmig getroffen. Bisher wurden die Schwestern auf dem Klosterfriedhof auf dem Gelände der Ursulinenschulen beerdigt. Schließlich leben die Ursulinen in einem so genannten autonomen Kloster. Wer in Werl eintritt, stirbt auch dort. Es sei denn, er tritt vorher aus. Daher haben die Ursulinen auch ihren eigenen Friedhof. Bis jetzt.

Die Entscheidung, in würdiger Nachbarschaft zu den Vinzentinerinnen auf dem städtischen Parkfriedhof die letzte Ruhe zu finden, hatte auch pragmatische Gründe: Der abgeschlossene Klosterfriedhof auf dem hinteren Schulgelände ist gut 100 Jahre alt, zwar immer noch gepflegt, aber mit allen negativen Auswirkungen auch in die Jahre gekommen. Und so war man sich in der Stiftssitzung bereits im November einig: Nach gut 100 Jahren kehren die Ordensfrauen zum städtischen Parkfriedhof zurück.

Neue-alte Ruhestätte

Schwester Lioba Pöttgen war in diesen Tagen die erste, die im Schatten der Gedenkstätte von Propst Wilhelm Cruse beerdigt wurde. „Das hätte ihr gefallen“, ist sich Sr. Hildegard sicher. Zumal die neue-alte Ruhestätte unter den mächtigen Bäumen „erstens eine praktische Sache ist und zweitens ein Vorschlag von Propst Feldmann, den wir gerne angenommen haben.“ Denn anders als der Klosterfriedhof, sind die künftigen Grabstätten nun frei zugänglich zum Gedenken und zur Trauer.

Wie Propst Michael Feldmann erklärt, sollen die Schwestern so im Bewusstsein der Stadt verbleiben. Die Gedenkstätte auf den Parkfriedhof zu verlegen, fördere dies. So können nun alle Werler die Grabstätte der Schwestern besuchen. Der Klosterfriedhof sei bisher nur wenigen bekannt gewesen, so der Propst. „Es kommt kaum noch jemand hier hin“, bestätigt auch Sr. Hildegard. Im Rahmen einer kleinen Feier wird der offizielle Wechsel vom alten zum neuen (alten) Friedhof noch vollzogen. Dann wird auch etwas Erde vom Klosterfriedhof zur Grabstätte auf dem Parkfriedhof mit umziehen.

Die Oberin hat aber noch einen weiteren, ebenso einschneidenden Wechsel in der Ordensgemeinschaft im Blick: den Umzug in zwei Jahren. Die zehn momentan in Werl lebenden Ursulinen werden bekanntlich ihr Kloster verlassen und nach dem Wegzug der Franziskaner und einem Umbau in deren heutiges Kloster neben der Wallfahrtsbasilika ziehen und dort eine Etage bewohnen – „zentraler und behindertengerechter,“ so Schwester Hildegard. Der Klosterkomplex an der Neuerstraße war zuletzt zu groß geworden für die Ordensfrauen.

Die Bestattungen bei den Ursulinenschwestern

Rund 100 Jahre lang wurden die Ursulinenschwestern auf dem klostereigenen Friedhof auf dem rückwärtigen Schulgelände beerdigt. Ein kleines abgegrenztes Areal, wo inzwischen 100 Ordensfrauen zur letzten Ruhe gebettet worden sind. Die schlichten, mit Kreuzen versehenen Grabstätten sind zum Teil doppelt belegt.

Am Klosterfriedhof muss viel gemacht werden; die Ursulinen werden künftig auf dem Parkfriedhof beigesetzt.

Deutlich erkennbar ist die Vergänglichkeit auch dieser Gedenkstätte: Einige Grabfelder sind abgesackt, mehrere Metallkreuze nicht mehr standsicher und Aufschriften manchmal kaum noch zu entziffern. Die Mauereinfriedung hat Putz verloren oder ist von Efeu überwuchert. Und es ist eng auf dem Klosterfriedhof – nicht nur bei Beerdigungen.

Die Ruhestätte wird bleiben und auch als abgeschlossener Raum weiter existieren, versichert Schwester Oberin Hildegard Löher. Aber es müsse was gemacht werden, das Areal müsse vor allem pflegeleichter werden. Wie das Gelände künftig aussehen wird, das werde man dann sehen...

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