Landwirte leiden unter Wassermangel

Künstlicher Regen soll Ernte retten

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Christoph Peukmann aus Büderich und Hannah Wilke hocken vor der neuen Bewässerungsanlage im Zwiebelfeld an der alten B1.

Nur eins hilft, die Auswirkungen der Trockenheit, die noch schlimmer ausfallen könnte als 2018, so gering wie möglich zu halten: Wasser. Wenn es aber nicht von oben kommt, muss es anders auf die Felder gebracht werden: per Beregnung.

Werl - Die Landwirte wissen, dass es dann schnell sprichwörtlich hagelt – und zwar Kritik: „Muss das sein?“

Muss es, sagt die Agrarhandel Wilke GmbH, die derzeit an der Hammer Straße ihren Großhandel baut. Denn künstliche Beregnung könne die Ernte zumindest teilweise sichern. Die Dürre des Vorjahres habe „nicht nur die Ernte stark geschmälert, die Auswirkungen sind auch in diesem Jahr noch deutlich zu spüren.“ 

Wasserdefizite aus dem Vorjahr seien durch fehlende Niederschläge nicht ausgeglichen worden. Ein immer trockenerer Unterboden sei die Folge. „Um das weitere Wachstum der Früchte und somit Teile der Ernte zu sichern“, investieren Landwirte vermehrt in eine künstliche Beregnung der Felder. Zwar sei die Soester Börde für fruchtbare Böden bekannt. Doch vor langen Hitzeperioden sei auch gehaltvollstes Ackerland nicht gefeit. Regen fiel im Juni kaum, die weiteren Prognosen seien niederschmetternd.

"Lebenserhaltende Maßnahmen" 

„Ändern sich die klimatischen Bedingungen innerhalb der nächsten Wochen nicht, ist nach der Dürre 2018 auch 2019 mit geringeren Erntemengen zu rechnen“, teilt der Agrarhandel mit. Als Gegenmaßnahme könne künstliche Beregnung als „lebenserhaltende Maßnahme“ das Wachstum der Früchte begünstigen – auch wenn das für den Bördeboden noch unüblich sei. „Es ist davon auszugehen, dass Kartoffeln und Zwiebeln unter den aktuellen Bedingungen nicht ihre reguläre Größe erreichen. Wir bewässern einen Teil unserer Felder, um das ganze Potenzial der Frucht auszuschöpfen“, sagt Joshua Wilke. Der Landwirt aus Hemmerde investierte erst kürzlich in eine Beregnungsanlage. „Nicht nur die Größe der Frucht leidet bei Wassermangel, auch die Lagerfähigkeit ist nicht gewährleistet. 

Dem möchten wir entgegenwirken, um gute Qualitäten liefern zu können“, ergänzt Landwirt Christoph Peukmann aus Büderich, der mit Wilke zusammenarbeitet. Üblicherweise können Kartoffeln und Zwiebeln über Monate bis in den Frühling gelagert werden. Fehle Wasser, sind sie im schlechten Fall nur bis zum Jahresende lagerfähig. Zusätzlich verbessert künstliche Beregnung den Erntevorgang, sagt Wilke. Der harte Boden birgt die Gefahr, dass Kartoffeln beim Roden beschädigt werden.

Zusammenarbeit mit Versorgern

Peukmann lobt die Zusammenarbeit mit den Wasserversorgern. „Uns Landwirten gegenüber wurde Verständnis gezeigt.“ Werden Felder künstlich beregnet, kann auf Nachfrage auf öffentliche Wasserentnahmestellen oder öffentliche Gewässer zugegriffen werden. Die Entnahme erfolge immer in Abstimmung mit den Wasserversorgern und den Landwirten untereinander, um die Trinkwasserversorgung nicht zu beeinträchtigen.

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