Veterinäramt eingeschaltet

Sorge um Tierwohl: Immer wieder Beschwerden über kranke Schafe im Kreis Soest

Über lahme Schafe in Westönnen ärgert sich eine besorgte Leserin.
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Über lahme Schafe in Westönnen ärgert sich eine besorgte Leserin.

Tina Preuss ist „ziemlich verzweifelt“. Seit mehr als einem Jahr sehe sie an „Moderhinke“ erkrankte Schafe auf einer Weide Am Börn in Westönnen.

Werl-Westönnen - Gespräche mit der Besitzerin, die ihr nicht namentlich bekannt sei, würden nichts bringen, sagt sie. In der Schafherde (zehn Schafe und fünf Lämmer) seien zwei Tiere ernsthaft erkrankt.

Preuss kritisiert: „Großzügig sieht die Tierhalterin darüber hinweg, dass ein paar der Schafe die meiste Zeit des Jahres knien oder liegen, da sie auf entzündeten Klauen, mit gebrochenem Klauenhorn, über welches sie auch stolpern, nicht stehen können. Im März und im November 2020 habe ich das Veterinäramt verständigt. Dieses handelte auch wirklich sofort. Beide Male kam zügig ein Tierarzt, kürzte das Klauenhorn, behandelte die Entzündung.“

Kranke Schafe: Kreis lehnt Haltungsverbot ab

Kreis-Sprecher Wilhelm Müschenborn bestätigt den Vorgang und fügt hinzu: „Bei der Nachkontrolle waren noch nicht alle Schafe korrekt ausgeschnitten. Es wurde angeordnet, am folgenden Wochenende erneut auszuschneiden und alle Tiere, die dann noch immer lahmen, einem Tierarzt vorzustellen. Der Tierarzt behandelte die lahmenden Tiere vereinbarungsgemäß. Außerdem wurden alle Schafe im Dezember 2020 und im Januar 2021 vom Tierarzt zusätzlich gegen Moderhinke geimpft. Bei der Nachkontrolle am 5. Januar waren die Klauen außer bei zwei Tieren nicht zu bemängeln. Diese sollten bei der zweiten Moderhinke-Impfung korrigiert werden. Die Tierhalterin meldete am 15. Januar hierzu Vollzug.“

Tina Preuss gibt sich damit nicht zufrieden, hat vor kurzer Zeit wieder lahme Schafe gesehen, die mittlerweile Lämmer hatten. Nach Anfrage unserer Redaktion Anfang April wurde die Schafhaltung noch am selben Tag erneut aufgesucht. Müschenborn berichtet: „Auf der circa 10 000 Quadratmeter großen Fläche wurden 15 Schafe, darunter fünf Lämmer, vorgefunden.“ Man habe vereinbart, „zwei lämmerführende und bereits bei vorherigen Kontrollen auffällige Schafe bis Ende der Woche dem Tierarzt vorzustellen, auszuschneiden und zu behandeln. Eine Nachkontrolle in der 15. Kalenderwoche wurde angekündigt.“

Das Veterinäramt, stellt er fest, komme seiner Pflicht nach. Die Forderung von Tina Preuss, der Schafbesitzerin ein Tierhaltungsverbot zu erteilen, sei nicht verhältnismäßig. Auch sei es nicht nötig, wie von ihr angeregt, die kranken Tiere auf eine „keimfreie Fläche“ umzusiedeln, da die Weide groß genug und damit der Keimdruck gering sei.

Sorge um Tierwohl: Mehrere Beschwerden

Recht hat die Leserin mit ihrer Feststellung, dass nicht nur ihr der schlechte Zustand der Tiere aufgefallen ist: „Zu der Schafhaltung gingen von Dezember 2019 bis März 2021 in Summe vier tierschutzrechtliche Beschwerden von drei Personen ein, die lahm gehende und/oder schlecht versorgte und blökende Schafe zum Inhalt hatten“, teilt Müschenborn mit.

Das Veterinäramt habe die Schafherde im Blick. Und die Besitzerin hat zwar bisher kein Bußgeld bezahlt, „allerdings wurden sämtliche zusätzlichen amtlichen Kontrollen der Tierhalterin, da sie als Nachkontrollen der Gebührenpflicht unterliegen, in Rechnung gestellt.“

Eine Stellungnahme der Schafbesitzerin konnte nicht eingeholt werden, weil der Kreis aus Datenschutzgründen den Namen nicht preisgeben darf.

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