Kunden schenken der Freizeitmarke weiter ihr Vertrauen

Auf Kölner Möbelmesse: Kettler blickt positiv in die Zukunft - mit Video

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Unternehmenssprecherin Stefanie Risse vor der mit dem German Design Award 2019 ausgezeichneten Schülerschreibtisch-Serie „Maze“.

Köln/Werl/Ense – Tim Dargel, Marketingleiter der Firma Kettler spricht auf der internationalen Möbelmesse „imm cologne“ über die Neuaufstellung der heimischen Freizeitmarke und betont trotz der Kündigung von 216 Beschäftigten zum Februar den hohen Stellenwert der Produktserien „Made in Werl“.

„Mit Blick auf die Entwicklungen der vergangenen Monate sind die Auftragszahlen sensationell“, sagt Tim Dargel, Geschäftsbereichsleiter Gartenmöbel der heimischen Freizeitmarke.

Die Kunden hätten die Situation wahrgenommen und schenken der Freizeitmarke dennoch weiter ihr Vertrauen, stellen Risse und Dargel fest. „Wir konnten bereits viele Kontakte zu Kunden aus dem nationalen und insbesondere auch dem internationalen Bereich schließen“, betont Risse.

Im Rahmen der Neuausrichtung des Unternehmens liegt insbesondere im ersten Halbjahr 2019, das von Veränderungen geprägt sein soll, der Fokus nun etwa auf der Erschließung neuer Märkte. „Besonders unsere Schreibtische laufen sehr gut in China, wo Produkte Made in Germany sehr gefragt sind“, erklärt Stefanie Risse. In Zukunft wolle man im Rahmen der neu zu entwickelnden Konzepte „vor allem versuchen, neue Märkte in Russland, China und den USA zu erschließen“.

Marketingleiter Tim Dargel spricht auf der Kölner Möbelmesse über die Zukunftspläne des Unternehmens.

Auf der nach Veranstalterangaben weltgrößten Möbelschau gilt es für das Enser Unternehmen noch bis Sonntag, mit der Schülerschreibtisch-Serie „Maze“ unter den über 1250 Ausstellern aufzufallen. Sie wurde bereits durch den „German Design Award 2019“ in der Kategorie Büromöbel ausgezeichnet.

Neben den Schülerschreibtischen wird auch das Tischprogramm in der Mersch und in Sönnern hergestellt, wo laut Unternehmenssprecherin Stefanie Risse „keine weiteren Veränderungen anstehen“. Natürlich habe es Einschnitte gegeben, von denen Verwaltung und Produktion gleichermaßen stark betroffen gewesen seien.

„Der Bruch durch die Weihnachtszeit tat uns allen aber gut, damit wir etwas Abstand gewinnen konnten“, sagt Risse. „Durch die Messen tut sich nun eine Aufbruchsstimmung auf und bei der Präsentation der eigenen Produkte ist man zeitweise wie in einer anderen Welt.“

Erste Veränderungen im Februar

Dennoch betont Tim Dargel, dass „rund 200 Existenzen nun nicht mehr Teil von Kettler sind und man das erstmal verarbeiten muss“. Erste Zeichen einer Veränderung des Unternehmens sollen bereits im Februar im Rahmen der Münchner Sportmesse ISPO, die neben der internationalen Möbelmesse sowie der Spielwarenmesse in Nürnberg zu den wichtigsten Messen der Freizeitmarke zählt, zu spüren sein. „Wir werden ein neues Messemotto präsentieren und mit den Münsterländer Milchwerken gemeinsam auftreten, sodass neben unseren Fitnessgeräten auch beispielsweise Proteindrinks angeboten werden“, erklärt der Marketing-Chef.

Grundlegende Veränderungen seien zwar nicht nötig, betont Stefanie Risse, aber dennoch müsse in Zukunft vor allem an der Effizienz von Kettler gearbeitet werden. „Wir haben etwa bei unseren Gartenmöbeln eine gute Basis und versuchen, diese nun zu optimieren“, ergänzt Dargel. „Bei Kettler wird nicht alles auf den Kopf gestellt, aber wir haben eine ausbaufähige Basis.“

Zurzeit analysiert das Unternehmen, welche konkreten Veränderungen in den Produktfeldern zielführend sein könnten. „Wir haben zwar ein sehr breit gefächertes Sortiment in allen Geschäftsbereichen, allerdings können sich durch Beteiligungen des neuen Gesellschafters neue Produktfelder auftun“, so Risse.

Mitarbeiter sollen einbezogen werden

Ziel müsse nun sein, auch Verbesserungsvorschläge eines jeden Mitarbeiters ernst zu nehmen. Stefanie Risse: „Jeder Einzelne ist gefordert an der Zukunft mitzuarbeiten. Da können sich alle sicher sein, dass sie auch gehört werden. Jeder, der sich einbringt und seinen eigenen Arbeitsplatz beleuchtet, bekommt von uns die entsprechende Anerkennung.“

Trotz der vergangenen Wochen, in denen Kettler vor dem Aus stand und der enorme Zusammenhalt innerhalb der Belegschaft laut Stefanie Risse spürbar gewesen sei, wagen Dargel und Risse einen positiven Blick in die Zukunft: „Die neuen Gesellschafter, die Geschäftsführung und jeder einzelne Mitarbeiter muss jetzt an der Zukunft mitarbeiten. Das ist für uns eine riesige Chance.“

Unterdessen feierte das einst von Heinz Kettler in Parsit gegründete Traditionsunternehmen in dieser Woche seinen 70-jährigen Geburtstag. „Mit Produkten wie dem Kettcar oder der Hollywoodschaukel hat jeder eine Verbindung zu Kettler“, meint das Unternehmens-Duo. Und eins sei ebenso klar: „Die Produkte Made in Germany haben weiterhin ihre Berechtigung und es ist bewusst entschieden worden, dass Kettler auch in Zukunft in Werl produziert.“

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