Ein Fallbeispiel

Katzen verschwinden spurlos: Facebook-Gruppe sucht nach Tieren

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Zwei Bilder erinnern Petra Stein an Khaleesi: Die Europäische-Kurzhaar-Katze wird seit dem 12. Juli vermisst.

Petra Stein sucht ihre Katzen Khaleesi und Sparrow. Die Tiere sind spurlos verschwunden. Die Werlerin ist ratlos und traurig. Sie hat im sozialen Netzwerk Facebook einen Hilferuf gestartet, auch Plakate hat Petra Stein aufgehängt. 

Werl - Tanja Alexandra Freitag hilft Menschen in ihrer Facebook-Gruppe „Vermisste Tiere in Soest Werl Hamm“ bei der Suche.

Die Hoffnung möchte Petra Stein nicht aufgeben. „Bei Bekannten ist der Kater nach sechs Wochen wieder aufgetaucht“, sagt sie. Doch mit jedem Tag, den Khaleesi und Sparrow nicht wieder auftauchen, wird es unwahrscheinlicher, dass Petra Stein ihre Katzen wiedersieht.

Khaleesi ist seit dem 12. Juli verschwunden, Sparrow hat Petra Stein zuletzt am 9. August gesehen. Die Angestellte der Bezirksregierung in Arnsberg ist ratlos. „Was ist mit meinen Katzen passiert?“, fragt sich Petra Stein, „sie sind einfach verschwunden.“ An einen Katzen-Hasser in der Nachbarschaft, glaubt sie nicht. „Es gibt hier eine Menge Katzen in der Umgebung.“ Die beiden Europäischen-Kurzhaar-Katzen sind gechipt und im Haustierregister von Tasso eingetragen. Dort hat Petra Stein die Katzen als vermisst gemeldet. Auch im sozialen Netzwerk Facebook, in der Gruppe „Vermisste Tiere Soest Werl Hamm“ hat sie einen Aufruf gestartet. „Einmal haben sich drei Mädchen bei uns gemeldet, die einen Aushang gesehen haben. Sie haben eine Katze festgehalten, die ähnlich wie Sparrow aussah. Er war es aber nicht“, keimte bei Petra Stein kurz Hoffnung auf.

Dabei waren Petra Stein und ihr Ehemann Matthias vernarrt in ihre Haustiere. Matthias Stein ist Katzenhaarallergiker, nimmt die regelmäßigen Spritzen beim Arzt für ein Leben mit den Tieren aber in Kauf. „Früher hat er immer gesagt, dass er keine Tiere haben möchte“, erzählt Petra Stein. Die Liebe zu den Vierbeinern begann bei den Steins eher zufällig. Zunächst gab es nur Besuch von einem Kater aus der Nachbarschaft – den haben Matthias und Petra Stein zwar nicht gefüttert, trotzdem kam er immer häufiger. „Wir haben uns dann ein Katzenhaus für den Garten angeschafft“, sagt Petra Stein. Eines Tages ragten dort zwei graue Tatzen heraus – ein unbekannter Kater. Mit diesem sind Matthias und Petra Stein schließlich zum Tierarzt. „Er war weder gechipt, noch kastriert“, sagt Petra Stein. Da es ihnen unmöglich erschien den Halter zu ermitteln, nahmen sie den Kater auf. Kater Merlin starb an einer Krankheit. Die Steins hatten sich an ein Tier im Haus gewöhnt. Ein Verkehrsunfall riss aber auch die nächste Katze, die aus dem Tierheim in Lippstadt kam, aus der Familie. Die grauhaarige Khaleesi kam anschließend im Alter von nur acht Wochen zu den Steins. „Im April wäre sie zwei Jahre alt geworden“, sagt Petra Stein. Die Katze sei sehr zutraulich gewesen, habe auch viel Zeit bei den Nachbarn verbracht, deswegen glaubte Petra Stein zunächst, dass sie einfach mitgenommen worden ist.

Mit einem Aushang wird nach Sparrow gesucht.

Doch Sparrow war eher scheu. „Er war nur nachts ein paar Stunden weg“, sagt Stein, „er hätte sich wahrscheinlich nicht einfangen lassen.“ Der Kater kam aus dem Tierheim in Lippstadt und hat erst vier Wochen lang im Haus gelebt, ehe er erstmals die Umgebung erkundete. Durch eine chipgesteuerte Katzenklappe konnten beide Katzen kommen und gehen, wann sie wollten.

Facebook-Gruppe hat sich etabliert

Eine neue Katze wollen sich die Steins irgendwann zulegen – aber nicht sofort. Noch haben sie Hoffnung, dass Khaleesi oder Sparrow wieder auftauchen. „Ich habe auch Angst, was mit einer neuen Katze passiert“, sagt Petra Stein. Sie hat schon über einen GPS-Tracker für ihre Katzen nachgedacht, um sie orten zu können. „Es gibt Chips mit GPS aber nur für Halsbänder und Freigänger-Katzen sollen keine Halsbänder tragen“, sagt Petra Stein. 

Tanja Alexandra Freitag hat die Facebook-Gruppe vor rund drei Jahren gegründet. „Damals war die Katze meiner Eltern weggelaufen“, sagt die Werlerin zu ihren Beweggründen. Facebook sei der kürzeste Weg, um einen Aufruf zu starten und sich miteinander zu vernetzen. In den letzten Jahren ist die Gruppe stetig gewachsen. „Wir sind eine kleine Community“, sagt Freitag. Man helfe sich untereinander gerne. Alleine konnte Tanja Alexandra Freitag die Suchanfragen neben Beruf und Familie nicht mehr stemmen, deswegen unterstützt sie mittlerweile eine Bekannte. Mit Erfolg: „Das eine oder andere Tier haben wir schon wiedergefunden“, sagt Freitag. Sie rät Haltern ihre Tiere chippen und registrieren zu lassen. Aber auch Kastration sei vor allem bei Katzen ein großes Thema. „Werden die Katzen rollig, nutzen sie jede kleine Lücke. um zu entkommen.“ Taucht eine Katze nicht mehr auf, erklärt Tanja Alexandra Freitag, ist es möglich, dass sie der Bauhof entsorgt hat. „Der Bauhof sammelt überfahrene Katzen ein, ohne zu überprüfen, wer der Halter ist. Das ist eine zusätzliche Arbeit. Die Katze ist dann natürlich verschwunden.“ 

Wer eine Katze findet, kann bei einem Tierarzt prüfen lassen, ob das Tier ein Zuhause hat, oder sie alternativ in einem Tierheim abgeben.

Tasso - Das größte Haustierregister Europas

Tierregistrierung, Tierschutz, Aufklärungsarbeit und das Online-Tierheim „shelta“ – der Verein Tasso setzt sich vielseitig für Tiere auf der Welt ein. Tasso betreibt das größte kostenlose Haustierregister in Europa. Mehr als 6,5 Millionen Halter haben ihre rund 9,3 Millionen Tiere dort registriert. Bei der Suche nach einem Tier stellt der Verein Haltern Suchplakate zur Unterstützung zur Verfügung. Zusätzlich veröffentlicht Tasso Suchmeldungen aller vermissten Tiere auf der Hompage tasso.net. Eine 24-Stunden-Notruf-Hotline steht Tierhaltern 365 Tage im Jahr zur Verfügung.

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