JVA

Drogenbesitz mit Nachspiel

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Wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln hatte sich ein 28-jähriger Mann vor der Strafrichterin des Amtsgerichts Werl zu verantworten.

Werl - 0,7 Gramm Marihuana waren am 4. Oktober des vergangenen Jahres in seinem Haftraum in der Justizvollzugsanstalt gefunden worden. Ein Tatvorwurf, den der geständige Mann über seine Verteidigerin vollumfänglich einräumen ließ. „Ja, das stimmt“, so die Rechtsvertreterin.

Ursache sei einzig eine seit vielen Jahren bestehende Abhängigkeit von insbesondere Cannabis und Amphetaminen gewesen. „Gespritzt habe ich nie“, so der Angeklagte. Maßnahmen der Justizvollzugsanstalt wie Einzelduschen und Einzelfreigang waren die Folge. Ein Umstand, den der Vertreter der Staatsanwaltschaft in seinem Plädoyer strafmildernd würdigte. Ebenso wie den Fakt, dass sich der Mann geständig gezeigt hat und es sich bei der aufgefundenen Menge an Drogen um eine geringe gehandelt hat. Er beantragte eine Freiheitsstrafe von einem Monat ohne Bewährung, da er eine positive Sozialprognose auch angesichts von neun Voreintragungen in das Bundeszentralregister nicht zu stellen vermochte.

Sichtweise der Verteidigung

 Anders die Sichtweise der Verteidigerin. Sie verwies darauf, dass ihr Mandant endlich ab dem 7. Januar des kommenden Jahres eine Therapie antreten könne, und sieht daher ein starkes Indiz dafür, dass das Leben des Angeklagten künftig straffrei verlaufen möge. „Ohne die Drogenproblematik wäre mein Mann heute nicht hier“, so die Verteidigerin und plädierte auf eine Bewährungsstrafe.

Ein Argument, dem die Richterin in ihrer Urteilsbegründung aber nicht zu folgen vermochte. „Ich sehe allein in der möglichen Therapie ab dem nächsten Jahr keinen Hinweis darauf, dass der Angeklagte künftig straffrei bleiben wird“, erklärte sie. Die Richterin verurteilte den Mann daher – dem Antrag des Vertreters der Staatsanwaltschaft entsprechend – zu einem Monat Freiheitsstrafe. Die Parteien nahmen das Urteil an und erklärten Rechtsmittelverzicht.

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