Ein Stück Dorfgeschichte

Investor aus Hamm will alte Molkerei erhalten

Ein „Schmuckstück“ für Büderich ist die frühere Molkerei im derzeitigen Zustand nicht. Aber der markante Bau im Zentrum des Dorfes steht immerhin für ein Stück Landwirtschafts-Geschichte. Der Kern des Gebäudekomplexes stammt von 1930.
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Ein „Schmuckstück“ für Büderich ist die frühere Molkerei im derzeitigen Zustand nicht. Aber der markante Bau im Zentrum des Dorfes steht immerhin für ein Stück Landwirtschafts-Geschichte. Der Kern des Gebäudekomplexes stammt von 1930.

Die frühere Molkerei in Büderich hat einen neuen Besitzer. Maklerin Nada-Juliana Loch bestätigte auf Anfrage den Verkauf an einen Privatinvestor aus Hamm. Und Loch freut sich, dass sie jemanden gefunden hat, der das Gebäude erhalten will.

Werl- Käufer Muharrem Aldemir, der den Komplex am Schützenweg gemeinsam mit seinem Sohn Ozan erwarb, sagte, er wolle die alte Molkerei „komplett sanieren“ und neue Wohnungen schaffen. Warum ausgerechnet die alte Molkerei? „Das Gebäude hat Potenzial“, ist Muharrem Aldemir überzeugt. Dass es sich um ein Gebäude mit Geschichte handelt, sei ihm bewusst. „Und wir wollen dieses Stück Geschichte nicht kaputt machen.“ Das Gebäude passe zum Dorf, müsse nur wieder schön hergerichtet werden.

Auf was er sich dabei einlasse, sei ihm klar, sagt Aldemir. Er stamme selbst aus der Baubranche, habe früher als Stuckateur gearbeitet und habe ein eigenes Unternehmen gehabt. „Ich habe bereits mehrere alte Häuser gekauft und komplett saniert.“

Gemeinsam mit anderen Fachleuten habe er sich das Gebäude angeschaut. Natürlich hätten Kälte und Feuchtigkeit dem Gebäude, das schon lange leer steht, zugesetzt. „Aber die Substanz ist gut. Das ist machbar“, so Aldemir. Für Sanierung und Umbau rechnet er mit etwa einem Jahr. Um Fassade und Innenausbau werde er sich vermutlich selbst kümmern, Elektrik, Heizung und Sanitär sei aber Sache von anderen Fachfirmen. Zunächst müsse aber nun der Architekt zeichnen und die Genehmigung bei der Stadt eingeholt werden.

Bis zu sechs Wohnungen

Je nach Aufteilung sollen fünf bis sechs Mietwohnungen von 60 bis 135 Quadratmeter Größe entstehen. „Wohnraum ist schließlich Mangelware“, sagt Aldemir.

Der Kern des heutigen Gebäudekomplexes stammt aus dem Jahr 1930. Die alte Molkerei steht nicht unter Denkmalschutz, ist aber durchaus Zeugnis für ein Stück Dorfgeschichte (siehe Infokasten). Kann Aldemir seine Pläne umsetzen, wird das auch Ortsvorsteher Johannes Schröter freuen. Als bekannt wurde, dass das Gebäude zum Verkauf steht, hatte Schröter sich dafür ausgesprochen, die Molkerei in ihrer Substanz als Erinnerung an seine frühere Bedeutung fürs Dorf zu erhalten.

Betrieb endete Anfang der 1960er-Jahre

Gegründet wurde die Büdericher Molkerei-Genossenschaft am selben Standort bereits im Jahr 1889. 1930 folgte dann der Bau des heutigen Gebäudekomplexes, zehn Jahre später wurde der Betrieb durch den Einbau neuer Maschinen modernisiert. 1949 zählte die Genossenschaft 243 Mitglieder. Nur ein gutes Jahrzehnt später, Anfang der 1960er-Jahre, kam nach der Fusion mit der Soester Molkerei das Aus. Nach der Stilllegung folgten Anbauten für Wohnungen. 1971 wurden zwei Garagen errichtet. Die alten Molkerei-Räume dienten später einem Installateur-Betrieb als Lager. Ein Teil des Gebäudes wurde zwischenzeitlich auch als Second-Hand-Kaufhaus genutzt. Doch das alles liegt viele Jahre zurück.

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