Pilgerfahrt auf dem Trecker

„Der Weg braucht ein Ziel“

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Die Treckerfreunde pilgerten zum 20. Mal zur Muttergottes nach Werl.

Sie rundeten diesmal ihre jährliche Tour von Westenholz in die Wallfahrtsstadt und zurück: Die Treckerfahrer aus dem Delbrücker Land pilgerten zum 20. Mal zum Gnadenbild der Muttergottes nach Werl.

Werl - Mit 18 zum Teil historischen Landmaschinen – vom Deutz angefangen über Eicher bis zum Hanomag – machten sich die Traktorfreunde aus Westenholz am Mittwoch wieder auf den 60 Kilometer weiten Pilgerweg. Und blieben damit ihrer Tradition treu, die mit Bruder Albert, damals Werler Franziskaner, angefangen hatte.

Treckerwallfahrt Westenholz nach Werl

„Der Weg braucht ein Ziel“ hieß es seinerzeit bei den Treckerfreunden, die ihre historischen Schätze bei einer längeren Ausfahrt mal bewegen wollten. Der im Kloster lebende Onkel von Hubert Jürgensmeier war schnell als Besuchsziel ausgeguckt. Daraus wurde die jährliche Wallfahrt – auch wenn der Westenholzer Franziskaner-Bruder Albert längst ins Ordenshaus nach Paderborn umgezogen ist. Dafür hat die Pilgergemeinschaft in den vergangenen Jahren mit Pater Ralf Preker ein herzliches Verhältnis aufgebaut. Das nahm auch keinen Schaden, als die Pilger es diesmal nicht ganz pünktlich in die 10-UhrMesse schafften. Es gab nämlich zwei Pannen auf der Tour.

Start um 4.30 Uhr

Um 4.30 Uhr in der Früh, nach dem Reisesegen vom Pastor, hatte sich die „Schnauferl“-Truppe wie immer auf den Weg gemacht – nach der obligatorischen Kontrollfahrt am Abend vorher per Pkw. Baustellen können den Zeitplan einer Treckerwallfahrt ziemlich durcheinanderbringen. Die waren aber nicht schuld. Am Startpunkt gleich das erste Malheur. Der alte Deutz von Willi Knepper war zwar startbereit, das Ventil in einem Reifen spielte aber urplötzlich nicht mehr mit. So war für einen Wallfahrer schon zu dieser frühen Morgenstunde die Luft raus; er blieb in Westenholz.

Kurz vor Werl zickte dann ein McCormick nach einem Schaden am Wasserschlauch. Der fand eine vorübergehende Parkmöglichkeit auf einem nahegelegen Hof; die Pilgerschar tuckerte weiter – jetzt schon ziemlich verspätet. Das verabredete Erinnerungsfoto kurz nach 9 Uhr vor der Basilika wurde mit halbstündiger Verspätung zur denkbar kurzen Angelegenheit, aber zum Hingucker für die ersten Passanten. Denn alle mussten sich sputen, da vom Trecker-Parkplatz an der Overbergschule auch noch ein kleiner Fußmarsch zurück zur Basilika zu bewältigen war. Ganz pünktlich zur Messe schaffte es die Truppe aber nicht; Pater Ralf begrüßte die treue Pilgerschar halt ein zweites Mal bei ihrem tatsächlichen Eintreffen.

60 Kilometer durch die Felder

Nach einer stärkenden Mittagsmahlzeit im „Markt 20“ und dem Fußmarsch zurück zur Overbergschule hieß es: 60 Kilometer im Konvoi zurück durch die Felder nach Westenholz. „Soweit es geht, fahren wir über kleinere Wirtschaftswege, die auch die Delbrücker Fußwallfahrer nutzen,“ erläutert Hubert Jürgensmeier. Wobei das langsamste Fahrzeug stets das Tempo vorgibt: heißt damit 18 Kilometer pro Stunde.

Hingucker für fünf Minuten in der Werler Fußgängerzone.

Drei Neuzugänge auf alten Landmaschinen hatte die Westenholzer Werl-Tour diesmal: den ehemaligen Banker Eduard Buschherm, weil er nun im Ruhestand ist, Franz-Heinrich Hilleke, weil er Zeit hatte, und Franz-Josef Knies, mit 78 Jahren der älteste Teilnehmer, weil sein Trecker endlich fahrtauglich ist. Alle anderen sind wallfahrtserfahren, wie die jüngste im Bunde, Sinah Millentrup (21). Bis 19 Uhr wolle man wieder zuhause sein und die segens- aber auch pannenreiche Wallfahrt bei einem gemeinschaftlichen Grillen ausklingen lassen. Und wer weiß, ob es die Oldtimer noch zu ferneren Zielen treibt: Pater Ralf jedenfalls sprach eine Einladung zu seiner baldigen Wirkungsstätte in Füssen aus. „Eine Mehrtagesfahrt – das wäre mal was ...“

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