Angst vor Straßenschäden

Anwohner laufen Sturm gegen Bauverkehr

Nördlich der B1n (unten) sollen vier Baugrundstücke erschlossen werden. Das sorgt für massive Proteste an der Gerhardt-Hauptmann-Straße (rechts nach oben verlaufend). Kommt nun die Erschließung über den Hönningen (linke Straße)?
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Nördlich der B1n (unten) sollen vier Baugrundstücke erschlossen werden. Das sorgt für massive Proteste an der Gerhardt-Hauptmann-Straße (rechts nach oben verlaufend). Kommt nun die Erschließung über den Hönningen (linke Straße)?

Sie haben einst auf (Fließ-)Sand gebaut, haben feuchte Keller und eine Straße in schlechtem Zustand vor der Tür – und sie sorgen sich um weitere Beschädigungen durch Bauverkehr: Das ist der Tenor von protestierenden Anwohnern der Gerhart-Hauptmann-Straße im Planungsausschuss.

Werl - Auslöser: Südlich der Straße, angrenzend an die ehemalige B1n, soll ein Baugebiet um vier bis fünf Häuser ergänzt werden. Den Anwohnern geht es aber vor allem darum, dass die Lkw die Gerhart-Hauptmann-Straße zur Erschließung befahren sollen. Der Protest wirkte: Der Ausschuss verschob das Thema; nun soll neu geprüft werden.

Von Fließsand, schlechtem Untergrund und „verschwundenem Beton“ sprach Anwohner Alfons Nabers. Die Gerhart-Hauptmann-Straße sei schon mehrfach kaputt gewesen. „Fängt das nun alles wieder von vorne an?“ Drohen Straßenbaubeiträge? Warum der Bauverkehr nicht über den Hönningen geführt werde?

Eine andere Anwohnerin bestätigte den weichen Untergrund mit Lehmboden im „Sumpfgebiet“ und Quellen, die für feuchte Keller sorgen. Auch die Straße sei dadurch schadhaft, die Fahrbahndecke einst eingebrochen. Ihre Angst: „Nachher schieben die Lkw mit Last die Fahrbahndecke vor sicher her.“ Wer die Kosten bei Schäden übernehme? Eine weitere Anwohnerin klagte, dass das „richtig teuer“ werden könne. Ihre Eltern hätten schon zwei Mal zahlen müssen für die Straße.

Ludger Pöpsel, Chef des Planungsamts, bestätigte problematische Bodenverhältnisse im Quartier. Man habe darüber mit dem Erschließungsträger gesprochen. Aber: „Wir halten den Baustellenverkehr über die Gerhart-Hauptmann-Straße trotz schlechter Verhältnisse für zumutbar.“ Beiträge für Anlieger würden nur fällig, wenn eine „grundlegende Erneuerung der Straße“ nötig wäre. Man erwarte durch den Bauverkehr aber maximal „punktuelle Schäden“ an der Straße. „Bei vier Baustellen sehe ich nicht die Gefahr einer grundlegenden Erneuerung.“ Der Investor werde zuvor eine Dokumentation machen müssen. Man müsse den Bürgern die Sorge nehmen, dass vier Bauplätze die Straße derart gefährden. Richtig sei der Einwand, dass die Straße sehr eng ist.

Wendehammer

Am Ende der Gerhart-Hauptmann-Straße soll ein Wendehammer gebaut werden, von da aus Wege zu den neuen Grundstücken führen. „Wir wollen diese Wendemöglichkeit, die gab es bislang nicht, auch nicht für Müllfahrzeuge“, sagte Pöpsel. Da die Stadt davon ausgeht, dass das zum Hönningen liegende Grundstück als erstes vermarktet wird, könne das kleine Baugebiet nicht von dort aus erschlossen werden.

Ausschuss-Chef Klaus Eifler (CDU) sprang den Anwohnern bei. Er sei „geneigt, das noch mal zu prüfen“, sagte er hinsichtlich der Bodenverhältnisse. Das Problem liege auf der Hand, man müsse genau schauen, was auf die Anwohner zukommt. „Und wenn es Schäden gibt, müssen das die Menschen tragen, die das verursacht haben.“ Eine Erschließung vom Hönningen aus müsse doch möglich sein.

Gerd Petermann (CDU) begrüßte grundsätzlich die Bebauung innerstädtischer Flächen. Der Baustellenverkehr sei „kein unlösbares Problem“. Das könne auch anders gehen, über die spätere nördliche Grundstückszuwegung der neuen Häuser.

Beschluss verschoben

Man werde noch mal ein Gespräch mit dem Investor führen, kündigte Ludger Pöpsel an. Der Ausschuss folgte letztlich der CDU – und schob den Beschluss zum kleinen Baugebiet zur Klärung aller Fragen.

Beleuchtung

Entlang der kleinen Baugebiets-Ergänzung, die an das Baugebiet Pater-Oswald-Straße angrenzt, soll es auch einen Gehweg entlang des Lärmschutzwalls zur B1n geben. Dort mache aber doch eine Beleuchtung Sinn, sagte Gerd Petermann (CDU). „Denn Hundehalter und Freizeitsuchende nutzen den Weg“. Warum die Stadt denn darauf verzichten wolle? Man könne noch mal mit dem Investor über die Gehweg-Beleuchtung sprechen, wenn die Politik das so wolle, entgegnete Stadtplaner Ludger Pöpsel. Die Verwaltung habe das zunächst nicht vorgesehen, weil sie keine so hohe Frequenz des kleinen Pfades erwarte.

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