Freispruch

60-Jährige soll Golfball auf Jäger geschleudert haben

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Eine sichtlich aufgewühlte Dame aus einem Dorf bei Welver musste jetzt auf der Anklagebank des Amtsgerichts Werl Platz nehmen. Der Vorwurf: Beleidigung und Sachbeschädigung. 

Werl - Mit unflätigsten Worten soll die 60-jährige Frau einen 34-jährigen Jäger bedacht haben, als dieser sie Anfang des Jahres in einem Feldweg bei Welver antraf.

Bei der Vernehmung der Rentnerin wird deutlich: die Vorgeschichte hat es in sich. Man kennt sich im Dorf. Schon vor Jahren soll es zum ersten Mal zu Unstimmigkeiten zwischen den Parteien gekommen sein. Damals soll das Opfer der angeblichen Beleidigung – ebenfalls auf einem Feldweg – in Richtung der Frau, ihres Hundes und einer weiteren Hundefreundin mit einem Gewehr „geschossen“ haben. „Seitdem stalkt er mich“, so die Rentnerin.

Golfball geschleudert

Sie selbst soll an dem Tag nicht nur wüst in Richtung des Mannes geschimpft haben, sondern auch einen Golfball aus ihrem Fahrradkorb genommen – und diesen in Richtung des Wagens des Mannes geschleudert haben. Der Wagen soll dadurch eine Beule bekommen haben. „Das kann ich gesundheitlich schon gar nicht gemacht haben“, so die Dame. „Ich bin seit 15 Jahren wegen meines Rheumas frühverrentet. Ich bekomme doch meine Hand gar nicht krumm“, so die Angeklagte.

Das vermeintliche Opfer wiederum will an dem Tag nur bei der Frau angehalten haben, weil diese ihn mit ihrem Handy ohne seine Erlaubnis gefilmt habe.

Aussage gegen Aussage

Ob dem so war? Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sieht hier Aussage gegen Aussage. Er will und kann sich nicht festlegen, wem er glaubt, und beantragt daher, die Angeklagte freizusprechen. Einem Antrag, dem die Richterin folgt. Nun obliegt der Staatsanwaltschaft Arnsberg die Entscheidung, ob sie gegen den Freispruch Rechtsmittel einlegen will.

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