Geschäftsführer sauer

Wegen Verdi: Verkaufsoffener Sonntag ohne dieses Möbelhaus

+

Das Büdericher Möbelhaus Turflon wird definitiv auch zum offenen Sonntag in der Michaeliswoche nicht öffnen.

Werl - Zum Münztag wird das wohl auch so sein, dass Turflon nicht öffnet. Und es droht eine Endlosschleife. Denn die Gewerkschaft Verdi macht klar: Macht Turflon mit, wird geklagt.

Turflon-Chef Guido Münstermann wähnt sich nicht nur in einem Albtraum, sondern auch im falschen Film. Was früher gang und gäbe war, ist ihm nun seit 2017 versagt: Wann immer in Werl die Geschäfte sonntags öffnen, heißt es für das Büdericher Möbelhaus vor den Toren der Stadt: Wir müssen draußen bleiben.

Online-Handel kennt keine Schließzeiten

Und das nervt den Geschäftsführer, zumal die Sonntage für den Möbelhandel durchaus lukrativ sind und der Online-Handel keine Schließzeiten kennt. Man habe auf Ansatzpunkte gehofft, der Einschränkung beikommen zu können, womöglich auch durch eine Klage, sagt Guido Münstermann. Der aber räumt er nach genauerer Betrachtung kaum eine Chance ein. Daher beuge sich das Möbelhaus dem Diktat.

Vor allem mit der aus seiner Sicht mangelhaften Rechtssprechung hadert der Geschäftsmann. „Der politische Wille war ein anderer als der, der dann formuliert wurde.“ Was als Entfesselung der Ladenöffnungszeiten zugunsten des Handels gesetzlich angegangen worden sei, habe den Handel vielerorts nur weiter geknebelt.

Zweierlei Maß

Der Text zum Entfesselungsgesetz der Landesregierung, habe durch den Wegfall der „Anlass-Bezogenheit“ eigentlich mehr Freiräume für den Handel schaffen sollen; zu unklare Formulierungen aber sorgen laut Münstermann dafür, dass in der Rechtssprechung mit zweierlei Maß gemessen werde. Es fehle an Gleichbehandlung und Planungssicherheit. „Wir müssten eine Argumentation finden, die glaubhaft belegt, dass die Sonntagsöffnung den lokalen Einzelhandel stärkt und im öffentlichen Interesse liegt“, sagt der Turflon-Chef. Wie das gelingen soll, erschließt sich ihm allerdings nicht.

Den Kontakt zur Landespolitik hat Münstermann mittlerweile gesucht in der Hoffnung auf Nachbesserungen im Gesetz. „Gut wäre, wenn die Politik einsieht, dass das Gesetz nicht den politischen Willen widerspiegelt“. Man rede über vier Sonntage mit fünf Stunden Arbeit für die Mitarbeiter. Dass Turflon sich da geschlossen zeigen muss, sei „unglücklich“. Und doch müsse man sich beugen.

Ersatzöffnungszeiten bei Tuflon

Also wird Turflon den Weg von Ersatzöffnungszeiten gehen. Und grundsätzlich sehe er derzeit keinen Grund zur Klage: „Denn wir sind sehr zufrieden mit der Umsatzentwicklung.“ Das Büdericher Möbelhaus habe einen „Bombensommer“ hinter sich, nicht zuletzt durch das bessere Wetter als im Sommer 2018 und durch Sondereffekte durch den Räumungsverkauf von Finke im benachbarten Rhynern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare