Erntezeit in Werl

Wegen Ernte-Fahrzeugen auf der Straße: Autofahrer riskieren Unfälle

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Wenn Mähdrescher unterwegs sind, wird es meist eng auf den Straßen. Landwirte bitten um Rücksicht. Hier ist Landwirt Martin Potthoff unterwegs. Ein Radfahrer macht ihm freundlicherweise Platz.

In der Erntezeit sind die heimischen Landwirte mit ihren großen Einsatzfahrzeugen unterwegs. Wenn in den Sommermonaten Mähdrescher und Traktoren mit großen Anhängern auf den Straßen fahren, wird es oft eng und in einigen Situationen auch gefährlich.

Werl - Auf den Straßen kommt es häufig zu kleinen Konflikten mit ungeduldigen Verkehrsteilnehmern. Die Landwirte sind auf gutes Wetter angewiesen. Denn die Getreideernte erfordert trockenes Wetter. Die Landwirte, wie der Werler Martin Potthoff und Bernd Schriek, nutzen dann fast jede Minute des Tages, um das Korn unter Dach und Fach zu bringen.

Um auf ihre Felder zu kommen, müssen die Landwirte mit ihren übergroßen Mähdreschern und Schleppern über Straßen und Landwirtschaftswege fahren. Dabei kommt es häufig zu Begegnungen mit Autofahrern, Radfahrern und auch Fußgängern. „Wir Bauern müssen in kürzester Zeit die Ernte einbringen“, berichtet Bernd Schriek. „Daher wäre es schön, wenn sich alle an die Regeln halten“, fügt er hinzu.

Er meint, dass die Verkehrsteilnehmer ruhig mal fünf Minuten hinter einem Mähdrescher herfahren sollten und dafür sonntags ihre frischen Brötchen beim Bäcker bekommen. Ein Mähdrescher fährt nur mit 20 km/h und ist bis zu 18 Meter lang. „Da kommt es auch mal zu unübersichtlichen Situationen“, berichtet er. Einige Autofahrer schätzen die Breite und Länge der landwirtschaftlichen Einsatzfahrzeuge falsch ein und landen dabei im Graben oder auf dem Feld. Besonders beim Abbiegen der Mähdrescher kommt es jährlich zu diesen Unfällen, weiß Potthoff aus eigener Erfahrung.

Ein Unfallschwerpunkt ist ein Bereich auf der Wickeder Straße (kurz vor dem Werler Stadtwald). „Wenn ich da blinke und links auf das Feld fahre, nehmen das einige Autofahrer nicht wahr und wollen überholen. Dabei weichen sie aus, um einen Unfall zu verhindern, und landen im Feld“, berichtet Potthoff. Diese Situationen beobachtet der Werler Landwirt circa drei bis vier Mal im Jahr. „Wir sind nur gut zwei Monate im Jahr unterwegs, da wäre Rücksicht von beiden Seiten angebracht“, so Potthoff.

Wie er sagt, versuchen die Landwirte, mit ihren gut 25 Mähdreschern in Werl schon ziemlich weit rechts zu fahren. Doch dies ist nicht immer möglich. „Auf so engen Straßen wie beim Waltringer Weg/K30 ist es nun mal sehr eng“, erzählt er. Auch Radfahrer und Fußgänger auf den Feldwegen sollten besonders Rücksicht auf die Erntefahrzeuge nehmen. „Gerade Spaziergänger sollten gemeinsam auf der Seite des Grabens stehen, dann kann ich zur anderen Seite besser ausweichen“, erklärt der Werler Landwirt. Noch knapp vier Wochen sind die Landwirte mit den großen Fahrzeugen unterwegs. Dann kehrt bis Juli 2021 wieder etwas Ruhe auf den Feldwegen ein.

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