Unterbringung in Wohnungen

Obdachlose haben „Eiszeit“ gut überstanden

Obdachlos
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 „Bei uns sind Obdachlose meistens Menschen, die wegen einer Räumungsklage ihre Wohnungen verlieren“, heißt es von der Stadt Werl.

In Werl fragen sich viele Menschen, wo und wie denn die Obdachlosen in der Stadt die klirrende Kälte der letzten Tage überstanden haben.

Werl - Iris Bogdahn, Fachbereichsleiterin bei der Stadt Werl, vermutet, „dass es in Werl keine klassischen Obdachlosen, wie man sie aus den Großstädten kennt, gibt.“ Wegen der Tiefsttemperaturen ist „keiner auf uns zugekommen“, teilt sie mit.

Gleichwohl gibt es in der Wallfahrtsstadt ein „Unterbringungsmanagement für Obdachlose“. Die Stadt habe fünf eigene Häuser zur Unterbringung von Flüchtlingen, in denen bei Bedarf auch obdachlose Männer in Wohngemeinschaften untergebracht werden können. Reichen die vorhandenen Unterkünfte nicht, werden zusätzliche Wohnungen angemietet.

Zwei Frauen mit je drei Kindern obdachlos

Aktuell beherbergt die Stadt acht alleinstehende männliche Obdachlose und zwei obdachlose Familien – zwei Frauen mit je drei Kindern. „Bei uns sind Obdachlose meistens Menschen, die wegen einer Räumungsklage ihre Wohnungen verlieren. Das gilt auch für die beiden Frauen mit ihren Kindern“, erklärt Bogdahn.

Ihr ist wichtig klarzustellen, dass „in Werl keine Familie in einem Haus zusammen mit alleinstehenden Männern untergebracht wird“, seien es alleinstehende Flüchtlinge oder Wohnungslose. Einzelne Männer erhalten eine Unterkunft in einer WG für zwei bis drei Männer, allerdings nie Flüchtlinge und Obdachlose in einer Wohnung. Weibliche Wohnungslose ohne Anhang gebe es in Werl nicht.

Wer akut Not hat, dem hilft die Polizei

Wer akut in Not gerät und eine Bleibe sucht, bekommt außerhalb der Öffnungszeiten des Ordnungsamts Hilfe bei der Polizei: „Der Bereitschaftsdienst des Ordnungsamts kann ein Einzelappartement vermitteln, das allerdings am Morgen wieder geräumt werden muss.“

Iris Bogdahn weiß von niemandem, der in Werl unter freiem Himmel oder unter einer Brücke übernachtet. Ausschließen kann sie das aber nicht: „Manche lassen sich nicht helfen“, erklärt sie.

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