Kunden laufen davon

Wegen Coronavirus: Heimischen Caterern steht das Wasser bis zum Hals

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Jörg und Nicole Tigges haben sehr viele Absagen beim Catering bekommen.

Den heimischen Caterern steht das Wasser bis zum Hals. Die Auflagen rund um das Coronavirus treiben die Party-Service-Lieferanten in eine tiefe, nie dagewesene Krise.

Werl - Die Sorgenfalten bei Jörg und Nicole Tigges werden immer größer. Erst Ende des vergangenen Jahres haben die Tigges das Hauptaugenmerk auf die Belieferung von Events und Feiern gelegt. Zudem sollten Stadt- und Schützenfeste zu den Einnahmequellen der Werler Familie gehören. Das bricht weg, mit drastischen Folgen.

Täglich bekommen die Tigges Anrufe und geplante Veranstaltungen werden abgesagt. Gerade in dieser Zeit war die Auftragslage gut. „Wir hatten jetzt viel zu tun. Viele Kunden hatten Essen für verschiedenste Veranstaltungen bestellt“, blickt Jörg Tigges in sein Auftragsbuch. Doch in den vergangenen zwei Wochen wurden die Events reihenweise abgesagt. Den Höhepunkt erfuhren Jörg und Nicole Tigges am vergangenen Freitag. Da gab die NRW-Landesregierung die Schließung von Schulen und Kindereinrichtungen bekannt.

Coronavirus: Massenhafte Absagen

„Seit dem Tag steht unser Telefon nicht mehr still“, beschreibt Nicole Tigges die Situation. Geplante Geburtstage, Familienfeiern, Firmenevents und sonstige Veranstaltungen wurden massenhaft abgesagt. Das zweite Standbein der Familie Tigges sollten Feste werden. Mit Ständen wollten die Werler ihr Geschäft ausbauen. Beim Werler Frühling wäre in diesem Jahr der erste Stand aufgebaut worden. Auch hier sind die Caterer von der Absage betroffen. Bis zuletzt bestand noch Hoffnung, dass Kommunionen nicht auch noch zum Opfer der Corona-Krise zählen. Doch nun ist auch noch einer der besten Tage des Jahres weggebrochen.

Dass sie ihr Geschäft am Maximilian-Heinrich-Platz wieder geöffnet haben, ist ein kleiner Trost. An zwei Tagen in der Woche bieten die Geschäftsleute jetzt Waren im Laden an. „Wir sind aber auch an anderen Tagen für unsere Kunden da“, betont Nicole Tigges. In Zeiten der Corona-Krise bieten die Tigges einen neuen Service an. „Wir beliefern unsere Kundschaft“, erzählt Jörg Tigges. Zudem hat der Party-Service-Lieferant einen Automaten mit Grillfleisch und Wurstwaren am Ladenlokal aufgestellt. „Unsere Kunden können kontaktlos einkaufen“, versichert Jörg Tigges.

Coronavirus: Keine Gäste mehr im Lokal 

Die Situation wird auch für Familie Kappes vom Winkel zu einem großen Problem. Neben den Absagen an Familienfeiern dürfen jetzt auch keine Gäste mehr ins Lokal. „Seit dem vergangenen Freitag merken wir die Auswirkungen des Virus so richtig“, berichtet Birgit Kappes. „Reservierte Tischer wurden abbestellt, Vereine setzten Versammlungen ab und Familien bestellen Essen für geplante Feiern ab“, erzählt Jörg Kappes. Der Budberger Markus Drescher ist seit zehn Jahren im Nebenerwerb als Caterer mit seinem Unternehmen „Cooks & Co“ aktiv. „Ich hatte bis Ende Mai Vorbestellungen zu Veranstaltungen von 50 bis 300 Leuten. Die wurden nach und nach alle abgesagt“, bedauert er die Lage. „Unsere Kosten laufen weiter, ohne das was rein kommt“, blickt er düster in die nahe Zukunft.

Nicht ganz so hart trifft es die Fleischerei Dröge. „Unser Hauptgeschäft ist unser Geschäft“, versichert Sabine Dröge: „Wir haben beim Party-Service zwar auch viele Absagen, aber unsere Kernbestellungen liegen beim Catering“, ergänzt die Inhaberin. Doch die Auswirkungen sind auch im Geschäft zu spüren. „Einige Kunden kommen nicht mehr in den Laden“, berichtet Sabine Dröge. Ältere Menschen bleiben draußen stehen und bestellen dort ihre gewünschten Produkte. „Wir bringen die Fleisch- und Wurstwaren inzwischen auch zu unseren Kunden.“

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